Bauchrednerin Sixtina Geraldini

Erzählen Sie uns kurz etwas zu Ihrer Vergangenheit, was sind Ihre beruflichen Wurzeln?

Meine Eltern waren professionelle Zauberkünstler. Bereits 1992 assistierte ich bei meinem Vati in der Show und zeigte die „Chinesische Faltekunst“. Weil ich damals aber in Schichten arbeitete (ich bin Erzieherin), hörte ich mit der Zauberei wieder auf. Als mein Vati 2001 verstarb, war für mich klar: Das war sein Lebenswerk, das muss ich weiterführen! Da ich aber zu dieser Zeit einen kleinen Sohn hatte und noch ein Kind wollte, fand ich erst ein paar Jahre später die Zeit, mich intensiver mit der Zauberei zu beschäftigen. Im Oktober 2006 stand ich das erste Mal allein vor einem kleinen Publikum zum 40. Geburtstag meines Bruders. Das sprach sich schnell herum und ich bekam immer wieder neue Anfragen und Veranstaltungen. Inzwischen stehe ich mit Leib und Seele auf der Bühne und führe nun die inzwischen über 70-jährige Familientradition fort.

Wie kamen Sie auf das Thema Bauchreden? / Aus welchem Grund entschlossen Sie sich Bauchredner zu werden? Was sind Ihre Vorbilder?

Schon mein Vati interessierte sich für das Bauchreden und kaufte damals zu „DDR-Zeiten“ einen kleinen Raben. Doch zum Lernen kam er nie. Auch ich war vom Bauchreden fasziniert und wollte es irgendwann einmal lernen. Bei dem irgendwann ist es geblieben. Doch dann sah ich im Frühjahr 2011 im Fernsehen die „Hetz-mich-nicht-Show“ mit Sascha Grammel. Ich war so begeistert, dass noch in der selben Nacht der Startschuss für mich fiel. Mein einziges und großes Vorbild ist Sascha Grammel und mein größter Traum wäre es, ihn einmal persönlich kennen zu lernen.

Seit wann beschäftigen Sie sich mit dem Bauchreden?

Wie schon gesagt, begann ich im Frühjahr 2011 mit dem Lernen.

Wann war ihr erster richtiger Auftritt? Erzählen Sie kurz etwas darüber.

Den ersten kleinen Versuch mit meinem Raben „Fridolin“ startete ich am 25.6.2011 beim Sommerfest in der Grundschule in Adorf, in der ich als Hortnerin arbeite. Da merkte ich aber, dass das mit dem Raben einfach nicht das wahre ist. Ich übte fleißig weiter, kaufte mir einen Schimpansen, den ich auf den Namen „Richy“ taufte und stand dann am 21.4.2012 das erste Mal mit ihm auf der Bühne. Die erste große Veranstaltung vor mehreren Hundert Leuten hatte ich am 31.8.2012 beim Fischerfest in Siebenbrunn. Das hat unendlich viel Spaß gemacht.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie als Frau anders wahrgenommen werden?

Mir haben schon viele Leute nach den Veranstaltungen Komplimente gemacht und gesagt, dass sie noch nie oder nur höchst selten eine Zauberkünstlerin bzw. Bauchrednerin gesehen haben. Das macht mich natürlich etwas stolz.

Was waren die wichtigsten Stationen Ihrer bisherigen Bauchredner Karriere?

Ich nehme jede Veranstaltung sehr ernst, auch wenn sie nur vor einem kleinen Publikum sind. Schließlich bezahlen die Leute dafür ja Geld. Die wichtigsten und natürlich schönsten Stationen waren aber für mich alle öffentlichen Veranstaltungen mit mehreren Hundert Leuten im Publikum. Dazu gehören die Sparkassenveranstaltung im April 2013 in Oelsnitz / Vogtland, ein Auftritt im Kulturhaus in Freital im März 2014 und schon zwei Mal das Fischerfest in Siebenbrunn. Hier trete ich übrigens dieses Jahr wieder auf – mit einer neuen Puppe und neuem Text. Im Dezember 2013 wurde bei mir zu Hause für das „ARD-Buffet“ gedreht. Es wurden 8 Begriffe für das Mundarträtsel aufgenommen. Bei einem Begriff war der „Richy“ dabei.

Wie lange haben Sie gebraucht, bis Sie das Bauchreden zufriedenstellend beherrschten?

Zum Bauchreden gehört ja auch das Puppenspiel, das sehr wichtig ist. Und bei jeder Veranstaltung lernt man dazu und wird sicherer. Mir sagte vor ein paar Monaten eine Frau, die mich inzwischen in einem Ferienhotel zum zweiten Mal sah: „Voriges Jahr waren sie noch in der Lernphase, aber dieses Mal waren Sie super!“ Es waren also ca. 2 1/2 Jahre, bis ich an diesem Punkt angekommen bin.

Gibt es Ihrer Meinung nach bestimme Voraussetzungen, die man unbedingt braucht um Bauchredner werden zu können?

Ja, einen festen Willen sowie ganz viel Geduld und Durchhaltevermögen.

Wie lernten Sie das Bauchreden? Haben Sie einen Kurs besucht?

Ich habe mir Bücher gekauft und darin immer und immer wieder gelesen, probiert und geübt.

Haben Sie irgendwelche Tipps, die unseren Lesern beim Bauchreden lernen helfen?

Einfach niemals aufgeben und üben, üben, üben….

Was war bisher ihre schönste Erfahrung im Zusammenhang mit dem Bauchreden?

Ich war schon zwei Mal life in der Show bei Sascha Grammel, saß jedes Mal in der ersten Reihe. Das war für mich unbeschreiblich schön, ich habe viel gelernt und bin danach hoch motiviert nach Hause gefahren.

Gibt es noch etwas, dass Sie unseren Lesern mitteilen wollen?

Ja, mir macht meine Arbeit auf der Bühne unendlich viel Spaß und Freude. Je größer das Publikum ist, desto schöner ist es. Auf der Bühne zu stehen ist für mich fast wie eine Sucht. Kaum ist eine Veranstaltung zu Ende, freue ich mich schon wieder auf die nächste. Durch diese große Vorfreude kenne ich kein Lampenfieber.