Handpuppen – Therapeutisches Hilfsmittel für die Sorgen unserer Kinder

Puppen haben seit Menschengedenken eine magische Anziehungskraft auf uns, das hat sich bis zum heutigen Tag nicht geändert. Besonders Bauchrednerpuppen lassen Groß und Klein auch heute noch in Träumereien versinken und Erinnerungen schwelgen. Handpuppen können ganz unterschiedlich gefertigt sein, vom ganz einfachen Stoffstück, welches lediglich zwei Augen besitzt, bis hin zu einer klar erkennbaren Figur, wie z. B. ein Polizist in Uniform. Es können durchaus auch Tiere sein, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Mit solchen Puppen wird nicht nur die spielerische Kommunikation angeregt, sondern auch die Hände lernen den Befehlen des Gehirns zu folgen. Es braucht nicht viel Gesprochenes, um zu erkennen was ein Kind mit seinem Spiel vermitteln möchte.

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Welche Bauchrednerpuppen sind bei Kindern beliebt?

Nach wie vor erfreuen sich Charaktere wie der Kasperle, der Gendarm und auch das Gretchen besonderer Beliebtheit, nicht zuletzt weil sie so weich und niedlich sind und sich auch ganz einfach bespielen lassen. Figuren die von professionellen Puppenspielern bedient werden, sind in der Handhabung nicht mehr so ganz einfach, eröffnen aber natürlich auch mehr Bewegungsoptionen. Professionelle Puppen erfordern ein jahrelanges Training, um damit perfekt umgehen zu können. Kids stehen natürlich ganz besonders auf Puppen in der Gestalt von Tieren, wie etwa Hase, Hund und Katze – es können aber auch Exoten wie ein Löwe oder auch Elefant dabei sein. Die Kinder wählen sich ihre Puppen verständlicherweise am liebsten selbst aus, dass ist auch richtig so. Die Eltern sollten jedoch u.a. aus hygienischen Gründen mitbestimmen. Eine Puppe kann nur so lange Freude bereiten, wie sie hält. Die Puppen müssen leicht zu reinigen sein und der Größe der Kinderhand entsprechen. Mit einer zu großen Puppe kann ein Kind nicht viel anfangen. Eine qualitativ gute Verarbeitung sollte ein Muss sein, denn die Puppen werden doch recht stark beansprucht.

Das Gespräch mit den Kindern über die Puppe suchen

Die Puppen bieten viele Kommunikationskanäle, um mit einem Kind das Gespräch zu suchen. Die Eltern können z. B. das Spiel mit den Puppen beginnen, um so auf ein bestimmtes Thema zu lenken. Erzählungen können somit bildlich dargestellt werden; dadurch verstehen die Kinder besser, was die Erwachsenen eigentlich sagen wollen. Kleinkinder beschränken sich eher auf das Zuhören, während etwas ältere Kinder gerne selber die Puppe führen und ihre Geschichte erzählen. Ob wir Erwachsenen der Darbietung nun wirklich folgen können, ist wieder eine andere Geschichte und auch belanglos. In der Regel beziehen sich diese Geschichten auf bereits Erlebtes. Solche Handspielpuppen haben Narrenfreiheit und können meistens tun und lassen was sie wollen, es gibt – im Gegensatz zum realen Leben der Kinder – keine verbindlichen Regeln. Emotionen dürfen von den Puppen uneingeschränkt ausgelebt werden, egal ob traurig, böse oder lustig. Diese „Verhaltensfreiheit“ ist für therapeutische Zwecke nicht unwichtig.

Wie werden Handpuppen am besten gespielt?

Eine einfache Handpuppe zu bespielen, bei der über den Zeigefinger der Kopf gesteuert wird und lediglich zwei Finger für die Arme gebraucht werden, ist relativ einfach: Kinder lernen dies im Handumdrehen. Andere Puppen sind etwas komplizierter, sie haben auch noch Beine oder der Mund muss manuell bewegt werden. Auch bei Puppen in der Gestalt von Tieren lässt sich meist das Maul mit zwei Fingern bewegen; dafür werden normalerweise Daumen und Zeigefinger genutzt. Handpuppen lassen sich sicherlich am einfachsten spielen und werden von Bauchrednern bevorzugt. Andere Puppen, wie etwa Stangenpuppen, wo mehrere Stangen für die Bewegungsabläufe geführt werden müssen, sind schon nicht mehr so einfach, dasselbe gilt auch für Marionetten. Eine andere Variante sind noch Kleinstpuppen, die einfach auf einen Finger gestülpt werden. Groß im Kommen sind mittlerweile auch sogenannte spielbare Voodoo-Puppen.

Auf Geburtstagsfeiern von Kindern stellt eine Puppentheatervorführung die Gaudi dar. Das Ganze macht nicht nur den Kids unheimlichen Spaß, auch die Akteure kommen auf ihre Kosten. Der Aufwand ist bescheiden, die Kosten halten sich in Grenzen. Ein Vorhang und 2 - 3 Puppen reichen in der Regel vollkommen aus. Welches Stück zum Besten gegeben wird, ist abhängig vom Alter der Kinder. Lustige Stücke sind natürlich der Renner. Allerdings müssen die Inhalte dem Durchschnittsalter entsprechen. Welches Stück für welches Kindesalter geeignet ist, findet man in Büchern, aber auch im Internet. Es müssen aber nicht zwingend vorgegebene Stücke sein, ebenso gut können sich die Spieler eine lustige Geschichte selber ausdenken und inszenieren.

Kinder lieben Spielzeug

Jedes Kind hat den angeborenen Drang zum Spielen. Eltern und Verwandte sind oft etwas überfordert, wenn es um die Auswahl von geeignetem Spielzeug geht. Es soll qualitativ hochwertig, aber auch langlebig sein und wenn möglich auch noch pädagogische Zwecke erfüllen und dem Kind nicht schon nach ein paar Tagen langweilig werden. Der Markt hat natürlich nicht geschlafen und es werden fast täglich neue Spielzeuge erfunden. Heutzutage gibt es z. B. High-Tech-Spielzeug vom Feinsten mit allem erdenklichen Schnickschnack. Und trotzdem es gibt kein Spielzeug, dass so oft gewünscht und gekauft wird wie Puppen in allen erdenklichen Ausführungen. Das hat durchaus seinen Grund, denn kein anderes Spielzeug bietet so viele unterschiedliche Spielmöglichkeiten wie eine Puppe. Jeden Tag kann eine neue, andere Geschichte gespielt werden. Aber auch andere Spielzeuge, wie etwa Bauklötze oder auch Malstifte, haben - trotz High-Tech-Spielzeug - nichts an Faszination verloren. Bei all diesen Spielzeugen ist Kreativität gefordert, das Kind muss Entscheidungen treffen, es muss nachdenken, überlegen und dann handeln. Das Kind möchte gefordert und gefördert werden.

Seit langem ist auch bekannt, dass sich Kinder gerne verwandeln und in andere Charaktere schlüpfen wollen. Einmal Prinz oder Prinzessin sein oder auch ein Indianer, ein Feuerwehrmann oder Lokomotivführer spielen, davon träumt sicherlich so gut wie jedes Kind. Ist das nicht möglich, kann das Kind seine Wunschperson in eine Puppe projizieren. Besonders Handpuppen sind prädestiniert, um solche Rollen zu übernehmen. Dadurch kann das Kind über die Puppe seine Wünsche verwirklichen, so wird es eins mit der Puppe. Kinder können sich auch ganz schnell in eine Puppe verlieben oder eine enge Beziehung aufbauen; ganz besonders dann, wenn es sich um Tiere mit großen Augen handelt. Das können Hunde-, Pferde- oder Krokodilpuppen sein. Für Kinder sind Puppen immer lebendige Partner, dabei spielt es überhaupt keine Rolle, wie gut die Puppe gemacht ist, weil der Charakter die Verbindung herstellt. Der Puppe wird so gut wie alles erzählt, auch Sachen die Kinder nie den eigenen Eltern anvertrauen würden. Dass die Kinder mit sich selbst sprechen, ist zumindest den Kleinkindern nicht bewusst. Sie sprechen einfach alles aus, was sie gerade denken oder was sie im Augenblick beschäftigt. Die Thematik kann auch von einem zum anderen Augenblick wechseln, ein bestimmtes Thema herrscht nicht vor. Die Puppe ist ihr wahrer Freund, sie wird keine Geheimnisse weitergeben.

Mit Handpuppen die Phantasie der Kinder anregen

Es ist erstaunlich, wie schnell Kinder zu einer Puppe einen Draht finden können. Das Kind wird mit der Puppe den Dialog suchen. Wenn mehrere Puppen vorhanden sind dürfte kurzfristig das große Rollenspiel beginnen. Eltern die zuschauen und zuhören sind erstaunt darüber, was sich Kinder alles einfallen lassen können, um das Spiel am Leben zu erhalten. Der Gesprächsstoff scheint nie auszugehen und das ist gut so, weil es für die weitere Entwicklung eines Kindes wichtig ist. Nach kürzester Zeit wird jeder einzelnen Puppe ein Charakter zugeordnet, wobei hier Gut und Böse vorherrschen. Das Kind denkt sich eine Handlung aus und die „Guten“ werden gemeinsam versuchen den „Bösen“ zu fangen oder auch zu bestrafen. Ist das dann mit vereinten Kräften auch gelungen, wird sich das Kind eine neue Handlung ausdenken. Spielen mehrere Kinder miteinander, wobei jedes Kind eine eigene Puppe hat, wird das Spiel noch interessanter, denn jetzt können Rollen aktiv getauscht werden. Auch wichtig zu wissen ist, dass die Puppen sich untereinander alles sagen dürfen. Kinder sind da persönlich gehemmter und lassen lieber ihre Spielzeuge bzw. Puppen sprechen.

Kids und Erwachsene sind, um es gleich zu erwähnen, gleichermaßen von Bauchrednern begeistert. Gute Bauchredner verstehen es, ihre Stimme in unterschiedlichen Variationen wiederzugeben und diese auch unterschiedlichen Puppen zu verleihen. Wenn der Bauchredner kaum eine Miene verzieht, seine Lippen sich nicht bewegen, ist das für Jung und Alt ein unterhaltsamer Genuss. Nach einer Vorstellung ist es für Kinder normal, wenn sie Zuhause das Bauchreden nachahmen - natürlich mit eher mäßigem Erfolg. Stundenlang stehen sie nun vor einem Spiegel und versuchen den Bauchredner zu kopieren; die Erfolge bleiben aus, aber es wird die Gesichtsmuskulatur trainiert und dieses Training stellt Anforderungen an die Geduld und das Durchhaltevermögen.

Handpuppen für die Pädagogik

Für Kinder sind Handpuppen ganz natürliche, gleichberechtigte Spielkameraden - egal aus welchem Material diese gefertigt sind, egal was sie darstellen sollen, ob sie als Puppe oder Stofftier existieren, das ist für Kinder völlig unerheblich. Sie sprechen ganz normal mit den Puppen und stellen mit ihnen Abläufe des täglichen Lebens nach. Das können Situationen wie das Schlafengehen sein, aber auch der Spaziergang mit Oma oder die Schelte vom Papa. Auch der erfahrenste Therapeut bekommt immer mal wieder ein neues Rollenspiel zu sehen, weil der Fantasie der Kids keine Grenzen gesetzt sind. Aufgrund solcher Rollenspiele wurden dann eigens Puppen gefertigt, die in der Pädagogik gezielt auf die entsprechende Problematik des Kindes eingesetzt werden. Mit solchen speziellen Puppen kann der Dialog auf das erahnte Thema gelenkt werden. Kinder, die z. B. den Verdacht aufbringen, sie seien sexuell misshandelt worden, erhalten eine Puppe mit speziell ausgeprägten Geschlechtsorganen. Das gleiche was für Kinder gilt, funktioniert auch bei Erwachsenen die geistig etwas zurückgeblieben oder geistig behindert sind. Auch Erwachsenen können die passenden Worte fehlen, um sich zu erklären. Pädagogische Handpuppen sind auch in diesen Fällen oftmals die einzige Möglichkeit, um den Patienten die gewünschten Infos zu entlocken.

Handpuppen erlauben es dem Kind sich nicht nur akustisch auszudrücken, sondern auch ergänzend Nonverbales zum Ausdruck zu bringen. Die eigene Mimik und die Gesten der Puppe lassen vieles erahnen; der Therapeut muss lediglich alle Fakten zusammentragen, analysieren und interpretieren. Natürlich können Kinder auch vom eigentlichen Thema abschweifen, aber mit viel Feingefühl und der richtigen Frage kann das Gespräch erneut in die gewünschte Richtung gelenkt werden. Besonders in der Sprachentwicklung lassen sich erstaunliche Resultate beobachten. Hinter einem Vorhang oder hinter einer Bühne fühlen sich Kinder unbeobachtet und können plötzlich klar sprechen, obwohl sie vorher gestottert haben. Auch alte und verwirrte Leute können sich besser sammeln und vergleichsweise verständliche Dialoge führen, wenn die Botschaft über eine Handpuppe vermittelt wird. So ist es nicht verwunderlich, dass Pädagogen wie auch Therapeuten, als Hilfsmittel gerne zu Handpuppen greifen, um einen leichteren Zugang zu ihren Patienten zu finden. Dadurch können sie an wichtige Informationen gelangen, die eventuell ohne Handpuppe nie offenbart würden. Auch schon ganz kleine Kinder sind von Handpuppen mehr als angetan. Besonders, wenn diese die Gestalt von Tieren haben. Kleinkinder mögen es Tiere zu knuddeln, mit ihnen zu schmusen und sie zu streicheln. Ob als Bauchrednerpuppe oder Stofftier, Kinder sprechen relativ schnell zu ihnen und erzählen was sie beschäftigt – der Therapeut braucht nur noch zuzuhören und die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Alle Kinder kennen Kasperle und seine Freunde

Im deutschsprachigen Raum dürfte wohl keine Puppe annähernd den Bekanntheitsgrad von Kasperle haben. „Seid ihr alle da?“, so beginnen die jeweiligen Kasperle-Theaterstücke. Nach dieser Begrüßung sind die kleinen Quälgeister voll und ganz in ihrem Element. Alle Stücke, die für die Kasperle-Darbietungen geschrieben wurden, haben eine pädagogische Aufgabe. Kasperle ist nie böse, er hilft immer anderen Leuten. Was in Deutschland den Kasperle darstellt ist z. B. in Frankreich Guignol, in England Mr. Punch, in Russland Petruschka, in Dänemark Mester Jackel und in Italien Pulcinella. Alle Länder – rund um den Globus – haben so ihre pädagogisch wertvolle Puppe mit Kultstatus. Unser Kasperle wurde eigentlich dem italienischen Pulcinelle abgeschaut. Solche Puppen waren im deutschsprachigen Raum auch unter den Namen Putschenella und Borzenelle bekannt. Die etwas „beschränkte“ Handpuppe mit dem Namen Hanswurst erfand ein österreichischer Wanderarzt, als Pendant zu den italienischen Vorbildern. Es wird davon ausgegangen, dass so im Laufe der Zeit der Kasperle entstanden ist. Puppen haben alle Epochen und Zeiten schadlos überstanden und sind beliebt wie eh und je. Sie haben ihren festen Platz in der Gesellschaft und auch in den Medien. So werden auch heutzutage noch immer Aufführungen der Augsburger Puppenkiste gezeigt. Das Kölner Häneschen Stockpuppentheater genießt ebenfalls einen ausgezeichneten Ruf weit über die Landesgrenzen hinaus.

Die Handspielpuppen und ihre Geschichte.

Bekannt ist, dass es schon in der Antike Handpuppen gegeben haben muss. Das belegen Funde aus Ausgrabungen. Vermutungen gehen davon aus, dass Puppen ihren Ursprung in Persien haben, die damals jedoch für religiöse Handlungen gebraucht wurden. Wissenschaftlich gesichert ist auch, dass Marionetten bereits im alten Griechenland ein Thema waren, darüber berichteten auch Aristoteles und Platon. In deren Überlieferungen heißt es, dass die Puppen über Fäden bewegt wurden. In Zeichnungen der europäischen Enzyklopädie, die aus dem Jahre 1160 stammen, konnte man erste Erkenntnisse über Puppen sammeln. Es kann durchaus sein, dass es auch hierzulande schon viel früher Puppen gab. Die gefundenen Aufzeichnungen deuten jedoch darauf hin, dass diese Puppen vermutlich zur Belustigung des ganz einfachen Volkes galten.

Der eigentliche Hype für Puppen begann ab dem 16. Jahrhundert. Anfänglich waren Vorführungen auf Märkten und Gasthöfen angesagt, mit der Zeit folgten dann auch Veranstaltungen in Zelten und Hallen. So gab es mit der Zeit auch Profis, die nur das Puppenspiel zum Besten gaben und davon leben konnten. Damals waren lustige Stücke besser angekommen, als Geschichten mit einem ernsten Hintergrund. Im 19. Jahrhundert fand nochmals ein Wandel statt; Puppen und Puppenspiel fanden eine besondere Bedeutung für Kinder. Spezielle Puppen und spezielle Stücke wurden eigens für Kinder konzipiert. Es wird jedoch angenommen, dass es auch schon sehr viel früher einfache Puppen ausschließlich für Kinder gegeben hat. Diese waren sicherlich sehr primitiv gefertigt, jedoch dürften diese den Kindern trotzdem viel Spaß gebracht haben. Nach und nach wurden die Puppen natürlich immer besser und mit dem heutigen Stand lassen sich Handpuppen leicht aufstülpen und bewegen. Der Mund kann z. B. zum Gespräch mitgeführt werden, so dass insgesamt eine stimmige Dynamik vorherrscht. Eine Handpuppe ist nach wie vor ein sehr gutes Geschenk für Kleinkinder, weil sie sich mit ihnen stundenlang selbst beschäftigen können. Kinder können laufend neue Geschichten erfinden. Die gute, alte Handpuppe hat damit wieder ihren umfangreichen Nutzen bewiesen.