Geschichte und Ursprung des Bauchredens – Chronologische Aufstellung

Schon in den Jahren 431 v.Chr. – 404 v. Chr. erlangte ein gewisser Eurykles, der in Athen gelebt haben soll, einen Ruf als Bauchredner. Sein Ruf eilte ihm weit über die Stadtgrenzen voraus, so die Überlieferung von Platon.

Das Bauchreden wurde bis zum Mittelalter vorwiegend in religiösen und politischen Belangen eingesetzt. Mit Baron von Mengen wurde dem Bauchreden im 18. Jahrhundert eine andere Bedeutung zuteil. Dieser Baron verstand es, seine Fähigkeiten zur Unterhaltung von Zuschauern zu nutzen, indem er seine „Bauchstimme“ an eine Puppe verlieh – mit der er dann in einen Dialog trat.

Edgar Bergen, der zwischen 1903 – 1978 gelebt hat, konnte mit seiner Puppe Charly Bauchrednershows populär machen. Die Folge waren Auftritte in Filmen aus der Traumfabrik Hollywood; Radio und Fernsehen buhlten um seine Auftritte. Solche Shows erfreuten sich einem breiten Publikum. Seine Liveauftritte waren sehr gut besucht. Natürlich fand diese Technik schnell Nachahmer, aber nicht alle wurden berühmt und wohlhabend.

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Schon in der Antike war Bauchreden bekannt

Die Überlieferung des Bauchredens geht bis in die Antike zurück, allerdings hatte diese Kunst nichts mit Unterhaltung oder Volksbelustigung zu tun. Das Bauchreden wurde zur Täuschung eingesetzt, so wurden z. B. den Angehörigen von Verstorbenen vorgegaukelt, die Geister der Toten wären noch anwesend. Auch mit Zukunftsvorhersagen verdienten sich Bauchredner eine goldene Nase. Unzählige Leute wurden über den Tisch gezogen. Dem Ideenreichtum der Bauchredner waren fast keine Grenzen gesetzt. Hypokrates beschrieb in einem Buch, das im 5. Jahrhundert v. Chr. verfasst wurde, wie eine solche Bauchstimme klingt.

Die Bauchredner 850 Jahre nach Christus

Zu dieser Zeit war man noch der Meinung, dass das Bauchreden etwas Unnatürliches wäre. Photius, der damals der Patriarch von Konstantinopel war, berichtete über Bauchredner, dass sie krank seien und einen schlechten Atem hätten. Bauchreden war damals mit Unreinheit und Schlechtigkeit gleichgesetzt.

In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Meinung zum Bauchreden geändert

Diese Zeit brachte eine Unmenge von Veränderungen mit sich. Die Wissenschaft, wie auch die Technik machten Quantensprünge. Bücher wurden geschrieben, der Buchdruck wurde erfunden, die Menschen lasen sogar die gedruckten Zeilen, denn dadurch konnte eine Aufklärung erfolgen, die mit den zahlreichen Vorurteilen, die teils vernichtend waren, aufräumte. Damals, als das Bauchreden der Hexerei zugeschrieben wurde, hat man Elisabeth von Barton, besser bekannt als die Jungfrau von Kent, hingerichtet. Das nur, weil sie es wagte bauchrednerisch über die Ehe von Heinrich dem 8. und seiner Frau Anna zu berichten. Die Zeiten besserten sich aber Zusehens und Bauredner mussten zumindest nicht mehr um Ihr Leben fürchten. Allerdings war ihr Ruf trotzdem befleckt, sie ernteten Schelme, da sie noch immer als Betrüger galten. Angeblich sollen sie ihre Fähigkeiten auch dazu missbraucht haben Frauenherzen zu erobern.

Am Ende des 18. Jahrhunderts kam endlich die positive Wendung für Bauchredner

Langsam aber sicher setze sich der künstlerische Effekt der Bauchredner durch. Zu allen Gelegenheiten und Anlässen, ob auf dem Rummelplatz, auf Märkten und in Gasthäusern, aber auch bei Festlichkeiten von reichen Leuten, wurden Bauchredner aufgeboten. James Bick beispielsweise wurde in dieser Zeit bekannt. Dieser Mann konnte den Erzählungen zufolge nicht nur Stimmen wiedergeben, sondern auch Tiere und Musikinstrumente imitierten. Großen Anklang fanden auch seine Dialoge, in denen er bekannte Persönlichkeiten nachahmte, weil er ihre Stimmen imitierte.

Das Bauchreden im 19. Jahrhundert

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gesellten sich immer mehr Puppen zu den Künstlern, um die Stimme des Bauchredners zu personifizieren. Diese Technik bot den Künstlern die Möglichkeit, auch andere Unterhaltungselemente in eine Show einzubauen. Der Bauchredner führte ab sofort seine Dialoge synchron mit seiner Handpuppe. Es gelang den guten Bauchrednern mittlerweile bei ihren Shows auch große Hallen zu füllen. So zum Beispiel E.D. Davis, der gleich mit zwei Puppen Menschenmassen unterhalten konnte. Fred Russel wird als Erfinder der modernen Bauchrednerkunst angesehen und feierte mit seiner Puppe Coster Joe ebenfalls große Erfolge.

Das 20. Jahrhundert. und die Kunst des Bauchredens

Die Kunst des Bauchredens hat nun seinen Siegeszug rund um den Globus angetreten. Das Bauchreden ist heutzutage als Kunst anerkannt und vollflächig etabliert. Auftritte guter Bauchredner füllen die größten Hallen; bei fast jeder Fernsehshow mit Rang und Namen ist ein Auftritt eines bekannten Bauchredners fester Bestandteil. Filme mit und über Bauchredner wurden zu Welterfolgen. So auch ein Film in dem Anthony Hopkins einen Bauchredner spielt und von seiner „bösartigen“ Puppe Fats zu immer neuen grauenhaften Morden überredet wird.