Geschichte und Ursprung des Bauchredens – Chronologische Aufstellung

Schon in den Jahren 431 v.Chr. – 404 v. Chr. erlangte ein gewisser Eurykles, der in Athen gelebt haben soll, einen Ruf als Bauchredner. Sein Ruf eilte ihm weit über die Stadtgrenzen voraus, so die Überlieferung von Platon.

Das Bauchreden wurde bis zum Mittelalter vorwiegend in religiösen und politischen Belangen eingesetzt. Mit Baron von Mengen wurde dem Bauchreden im 18. Jahrhundert eine andere Bedeutung zuteil. Dieser Baron verstand es, seine Fähigkeiten zur Unterhaltung von Zuschauern zu nutzen, indem er seine „Bauchstimme“ an eine Puppe verlieh – mit der er dann in einen Dialog trat.

Edgar Bergen, der zwischen 1903 – 1978 gelebt hat, konnte mit seiner Puppe Charly Bauchrednershows populär machen. Die Folge waren Auftritte in Filmen aus der Traumfabrik Hollywood; Radio und Fernsehen buhlten um seine Auftritte. Solche Shows erfreuten sich einem breiten Publikum. Seine Liveauftritte waren sehr gut besucht. Natürlich fand diese Technik schnell Nachahmer, aber nicht alle wurden berühmt und wohlhabend.

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Schon in der Antike war Bauchreden bekannt

Die Überlieferung des Bauchredens geht bis in die Antike zurück, allerdings hatte diese Kunst nichts mit Unterhaltung oder Volksbelustigung zu tun. Das Bauchreden wurde zur Täuschung eingesetzt, so wurden z. B. den Angehörigen von Verstorbenen vorgegaukelt, die Geister der Toten wären noch anwesend. Auch mit Zukunftsvorhersagen verdienten sich Bauchredner eine goldene Nase. Unzählige Leute wurden über den Tisch gezogen. Dem Ideenreichtum der Bauchredner waren fast keine Grenzen gesetzt. Hypokrates beschrieb in einem Buch, das im 5. Jahrhundert v. Chr. verfasst wurde, wie eine solche Bauchstimme klingt.

Die Bauchredner 850 Jahre nach Christus

Zu dieser Zeit war man noch der Meinung, dass das Bauchreden etwas Unnatürliches wäre. Photius, der damals der Patriarch von Konstantinopel war, berichtete über Bauchredner, dass sie krank seien und einen schlechten Atem hätten. Bauchreden war damals mit Unreinheit und Schlechtigkeit gleichgesetzt.

In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Meinung zum Bauchreden geändert

Diese Zeit brachte eine Unmenge von Veränderungen mit sich. Die Wissenschaft, wie auch die Technik machten Quantensprünge. Bücher wurden geschrieben, der Buchdruck wurde erfunden, die Menschen lasen sogar die gedruckten Zeilen, denn dadurch konnte eine Aufklärung erfolgen, die mit den zahlreichen Vorurteilen, die teils vernichtend waren, aufräumte. Damals, als das Bauchreden der Hexerei zugeschrieben wurde, hat man Elisabeth von Barton, besser bekannt als die Jungfrau von Kent, hingerichtet. Das nur, weil sie es wagte bauchrednerisch über die Ehe von Heinrich dem 8. und seiner Frau Anna zu berichten. Die Zeiten besserten sich aber Zusehens und Bauredner mussten zumindest nicht mehr um Ihr Leben fürchten. Allerdings war ihr Ruf trotzdem befleckt, sie ernteten Schelme, da sie noch immer als Betrüger galten. Angeblich sollen sie ihre Fähigkeiten auch dazu missbraucht haben Frauenherzen zu erobern.

Am Ende des 18. Jahrhunderts kam endlich die positive Wendung für Bauchredner

Langsam aber sicher setze sich der künstlerische Effekt der Bauchredner durch. Zu allen Gelegenheiten und Anlässen, ob auf dem Rummelplatz, auf Märkten und in Gasthäusern, aber auch bei Festlichkeiten von reichen Leuten, wurden Bauchredner aufgeboten. James Bick beispielsweise wurde in dieser Zeit bekannt. Dieser Mann konnte den Erzählungen zufolge nicht nur Stimmen wiedergeben, sondern auch Tiere und Musikinstrumente imitierten. Großen Anklang fanden auch seine Dialoge, in denen er bekannte Persönlichkeiten nachahmte, weil er ihre Stimmen imitierte.

Das Bauchreden im 19. Jahrhundert

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gesellten sich immer mehr Puppen zu den Künstlern, um die Stimme des Bauchredners zu personifizieren. Diese Technik bot den Künstlern die Möglichkeit, auch andere Unterhaltungselemente in eine Show einzubauen. Der Bauchredner führte ab sofort seine Dialoge synchron mit seiner Handpuppe. Es gelang den guten Bauchrednern mittlerweile bei ihren Shows auch große Hallen zu füllen. So zum Beispiel E.D. Davis, der gleich mit zwei Puppen Menschenmassen unterhalten konnte. Fred Russel wird als Erfinder der modernen Bauchrednerkunst angesehen und feierte mit seiner Puppe Coster Joe ebenfalls große Erfolge.

Das 20. Jahrhundert. und die Kunst des Bauchredens

Die Kunst des Bauchredens hat nun seinen Siegeszug rund um den Globus angetreten. Das Bauchreden ist heutzutage als Kunst anerkannt und vollflächig etabliert. Auftritte guter Bauchredner füllen die größten Hallen; bei fast jeder Fernsehshow mit Rang und Namen ist ein Auftritt eines bekannten Bauchredners fester Bestandteil. Filme mit und über Bauchredner wurden zu Welterfolgen. So auch ein Film in dem Anthony Hopkins einen Bauchredner spielt und von seiner „bösartigen“ Puppe Fats zu immer neuen grauenhaften Morden überredet wird.

Die besten Bauchredner in Deutschland

Als Bauchredner werden Leute bezeichnet, welche die Fähigkeit haben – ohne eine bemerkbare Bewegung der Gesichtsmuskulatur – zu sprechen. Künstler die dieses Handwerk in Perfektion verstehen, sind gern gesehene Gäste auf allen Bühnen dieser Welt, aber auch in TV-Shows. Einige konnten gar Weltruhm erlangen und feiern weltweit beeindruckende Erfolge.

Der perfekte „Bauchredner“

Nicht alle Konsonanten lassen sich ohne Gesichtsbewegungen erzeugen, auch bei den besten Bauchrednern nicht. Hier kommt dann eine Puppe ins Spiel, die vom Gesicht des Redners ablenken muss. Besonders bei Konsonanten, die sich schlecht ohne augenscheinliche Bewegung des Gesichts aussprechen lassen, müssen die Puppen eine beträchtliche Bewegung ins Spiel bringen. Dadurch werden die Zuschauer abgelenkt und konzentrieren sich nicht ausschliesslich auf den Künstler. Die Annahme, dass die Sprache mit der Membrane erzeugt wird, ist übrigens falsch. Wie ein Zauberer, arbeitet der „Bauchredner“ mit Illusionen. Je besser er die Puppe in Szene setzt, desto eher werden die Zuschauer (von seinen Mundbewegungen) abgelenkt.

Die Geschichte der Bauchredner

Bauchredner kennt man bereits seit sehr langer Zeit und sie wurden bereits von Platon wie auch Aristophanes in der griechischen Antike erwähnt. Es wird vermutet, dass der Ursprung des Bauredens aus Griechenland oder auch Persien stammt, bisher konnte es wissenschaftlich nicht festgelegt werden. Belegt ist jedoch die Tatsache, dass die begabten Menschen, die diese Fähigkeiten zu ihrem Nutzen anwandten, in früheren Zeiten viel Schindluderei damit betrieben haben. Es soll zu vielen Betrügereien gekommen sein, weil die Leute damals sehr naiv waren. Auch in religiösen Angelegenheiten, wurden Leute bei Entscheidungen (negativ) beeinflusst, weil sie eine Stimme hörten – eine Stimme von einer Person, die nicht anwesend oder gar bereits verstorben war. Das Prinzip war jedoch immer gleich, es wurde jemandem vorgegaukelt, dass er sich mit einer nicht anwesenden Person unterhielt. Heute hat das Bauchreden eine ganz andere Bedeutung bekommen, es dient zur Belustigung und Unterhaltung. In den Anfängen traten Bauchredner noch auf Märkten und in Zelten auf; heute füllen die besten Bauchredner riesige Säle. Nicht selten werden Charaktere der Prominenz nachgestellt, bspw. dadurch, dass sie auf die „Schippe“ genommen werden.

Massen werden durch Bauchredner begeistert

Nicht alle Bauchredner schaffen einen internationalen Durchbruch. Einige von ihnen wurden lediglich lokal bekannt und müssen ihre Auftritte auf Hochzeiten und Dorfveranstaltungen beschränken. Andere werden national bekannt und feiern Erfolge im ganzen Land und ganz Wenige schaffen den ganz großen internationalen Durchbruch. Diese erfolgreichen Bauchredner geben ihre Kunst international zum Besten, so wie etwa der Spanier José Luis Moreno und seine weltbekannten Marionette Namens Rockefeller oder auch der US-Amerikaner Jeff Dunham.

Auch Deutschland muss sich diesbezüglich nicht verstecken, denn hier gibt es eine ganze Anzahl von Künstlern, die das Format haben auch international auftreten zu können. Dazu zählt z. B. Sascha Grammel, der sich bereits über einen hohen Bekanntheitsgrad erfreut und das Publikum begeistert. Im Nachfolgenden möchten wir Ihnen eine kleine Auswahl von Deutschlands besten Bauchrednern präsentieren.

Sascha Grammel

Mit mehreren DVDs, die bereits Platin- und Goldauszeichnungen eingebracht haben, gehört Sascha Grammel sicherlich zur Creme de la Creme in der Bauchrednerszene. In Deutschland hat er den wohl höchsten Bekanntheitsgrad aller Bauchredner. Sascha Grammel hat den Durchbruch geschafft, er und seine Puppen sind deutschlandweit bekannt, seine Shows sind auch bei großen Lokalitäten ausverkauft. Ebenso als Buchautor hat er sich bereits einen Namen gemacht, seine Bücher sind zudem in Bestseller-Listen aufgeführt.

Die Kariere von Sascha Grammel

Auch Sascha Grammel wurde nicht als „Bauchredner“ geboren, denn er durchlief einige Stationen, um den heutigen Kultstatus zu erreichen. Der Einstieg in die Unterhaltungsbranche begann mit zwei Freunden aus seiner Jugendzeit, sie gründeten das Zauberer-Trio: DIE ZAUdERER.

In dieser Formation waren die drei Freunde sehr erfolgreich. Das belegten unzählige Auszeichnungen und Preise. Um etwas mehr frischen Wind in die Shows zu bringen, entstand ein Mix von Zauberei, Comedy und auch Schauspielerei. Sascha Grammel durfte zugleich einige Preise als Zauberkünstler in Empfang nehmen. Das Markenzeichen des Trios verlegte sich nach und nach mehr in Richtung Comedy. Ab 2001 ging es dann mit dem Bauchreden richtig los. (Hier ein Invterview mit Sascha Grammel über das Bauchreden lernen)

Das Comedy-Trio wurde in den folgenden 8 Jahren in weit über 500 Vorstellungen aktiv. Der weitere Erfolg blieb nicht aus, Preise und Auszeichnungen häuften sich, das Trio durfte sich auf eine sehr große Fangemeinde stützen.

Sascha Grammel als Solokünstler

Das Jahr 2008 brachte eine Wendung. Sascha Grammel startete nochmals durch und dieses Mal als Solo-Bauchredner. Auch hier ließ der Erfolg nicht lange auf sich warten. Im Jahr 2011 hat er den Zenit erreicht. Ausschnitte aus seinem damaligen aktuellen Programm „Hetz-mich-nicht“ durfte er im Comedy-Club aufführen. Das kam so gut an, dass RTL sein ganzes Programm ausstrahlte. Was danach folgte war lediglich noch Makulatur, die passende DVD zum Programm erreichte innerhalb kürzester Zeit Bestplatzierungen in Punkto Verkaufszahlen. Fast über Nacht wurde Sascha Grammel mit seinen Puppen Frederic, Josie und auch Prof. Dr. P. Hacke – wie ein bunter Hund – deutschlandweit bekannt.

Mittlerweile jagt ein Fernsehauftritt den nächsten, alle Fernsehstationen wollen Sascha Grammel verpflichten. Das neuste Erfolgsprogramm „Keine Ahnung“ knüpft an seine Erfolge an; ausverkaufte Vorstellungen sind ihm garantiert, der Name Sascha Grammel hat sich in der Bauchrednerszene auf alle Zeiten verewigt. Wer sich einen Auftritt eines Bauchredners ansehen möchte, kommt an Sascha Grammel ganz sicher nicht vorbei.

Peter Moreno

Auch bei diesem Künstler handelt es sich um einen Ausnahmeartisten. Seit Mitte der 80er Jahre verzaubert er sein Publikum mit immer neuen Stimmen. Er ist Besitzer mehrerer Weltrekorde, die an Bauchredner vergeben wurden. In seinen Shows bringt er sein Publikum mit einem schnellen Wechsel von 30 Stimmen und Charakteren ins Staunen. Er wurde in der Kategorie Bauchreden als bester Artist in Europa („European Best of Artist“), ausgezeichnet. Eine Steigerung dürfte schwer möglich sein.

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Dr. Bauch

Eine Show von Dr. Bauch verspricht ebenfalls viel Spaß. Seit dem Jahre 2000 bringt Dr. Bauch mit seinen Kumpanen Alois Alzheimer und Egon Zentrisch die Besucher zum Lachen. In seinen Shows werden Besucher auf die Bühne eingeladen, um interaktiv mitzuspielen. Natürlich werden VIPs und auch Politiker bevorzugt eingeladen, damit diese am Spektakel mitwirken.

Interview mit Dr. Bauch

Mario Reimer

Einen ganz besonderen Gag hat sich Mario Reimer ausgedacht. Seine Puppen werden unverwechselbar VIPs nachempfunden, so z. B. Heino mit seiner grossen schwarzen Brille oder auch Roberto Blanco. Dieses Konzept brachte ihm 2012 den Preis als bester Künstler des Jahres.

Mehr Informationen zu Mario Reimer

Klaus und Willi

Mit seiner Puppe Willi ist Klaus Rupprecht besonders zu Karneval einer der gefragtesten Bauchredner in Deutschland und dies auch nicht erst seit gestern, sondern seit Beginn der 80er Jahre.

Mehr Informationen über "Klaus und Willi"

Patrick Martin

Patrick Martin darf auf mehr als 20 Jahre Bühnenerfolge in ganz Europa zurückblicken. Damit auch in Zukunft genügend gute Bauchredner verfügbar sind, hat er in München die erste Bauchrednerschule in Deutschland gegründet.

Mehr Informationen über den "König der Bauchredner" Patrick Martin

Jörg Jara

Auch dieser Künstler durfte sich in die Elite Deutschlands bester Bauchredner einreihen. Mit seiner etwas vorlauten Puppe Herr Jensen, die einen Rentner darstellt, bringt er Jung und Alt zum Lachen. Seine Vielseitigkeit, sein zeitgemäßes Programm und situative Comedy, rechtfertigen einen Besuch in seiner Livevorstellung.

Mehr Informationen über Jörg Jara

Natürlich gibt es noch einige andere Bauchredner, die wir keinesfalls diskreditieren möchten, dennoch wollten wir hier nur die bekanntesten erwähnen. Wer nun Lust auf das Bauchreden bekommen hat, findet hier mehr Informationen zum Bauchreden lernen und wird sicherlich eine Menge Spaß an dieser bemerkenswerten Kunst finden.

Handpuppen – Therapeutisches Hilfsmittel für die Sorgen unserer Kinder

Puppen haben seit Menschengedenken eine magische Anziehungskraft auf uns, das hat sich bis zum heutigen Tag nicht geändert. Besonders Bauchrednerpuppen lassen Groß und Klein auch heute noch in Träumereien versinken und Erinnerungen schwelgen. Handpuppen können ganz unterschiedlich gefertigt sein, vom ganz einfachen Stoffstück, welches lediglich zwei Augen besitzt, bis hin zu einer klar erkennbaren Figur, wie z. B. ein Polizist in Uniform. Es können durchaus auch Tiere sein, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Mit solchen Puppen wird nicht nur die spielerische Kommunikation angeregt, sondern auch die Hände lernen den Befehlen des Gehirns zu folgen. Es braucht nicht viel Gesprochenes, um zu erkennen was ein Kind mit seinem Spiel vermitteln möchte.

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Welche Bauchrednerpuppen sind bei Kindern beliebt?

Nach wie vor erfreuen sich Charaktere wie der Kasperle, der Gendarm und auch das Gretchen besonderer Beliebtheit, nicht zuletzt weil sie so weich und niedlich sind und sich auch ganz einfach bespielen lassen. Figuren die von professionellen Puppenspielern bedient werden, sind in der Handhabung nicht mehr so ganz einfach, eröffnen aber natürlich auch mehr Bewegungsoptionen. Professionelle Puppen erfordern ein jahrelanges Training, um damit perfekt umgehen zu können. Kids stehen natürlich ganz besonders auf Puppen in der Gestalt von Tieren, wie etwa Hase, Hund und Katze – es können aber auch Exoten wie ein Löwe oder auch Elefant dabei sein. Die Kinder wählen sich ihre Puppen verständlicherweise am liebsten selbst aus, dass ist auch richtig so. Die Eltern sollten jedoch u.a. aus hygienischen Gründen mitbestimmen. Eine Puppe kann nur so lange Freude bereiten, wie sie hält. Die Puppen müssen leicht zu reinigen sein und der Größe der Kinderhand entsprechen. Mit einer zu großen Puppe kann ein Kind nicht viel anfangen. Eine qualitativ gute Verarbeitung sollte ein Muss sein, denn die Puppen werden doch recht stark beansprucht.

Das Gespräch mit den Kindern über die Puppe suchen

Die Puppen bieten viele Kommunikationskanäle, um mit einem Kind das Gespräch zu suchen. Die Eltern können z. B. das Spiel mit den Puppen beginnen, um so auf ein bestimmtes Thema zu lenken. Erzählungen können somit bildlich dargestellt werden; dadurch verstehen die Kinder besser, was die Erwachsenen eigentlich sagen wollen. Kleinkinder beschränken sich eher auf das Zuhören, während etwas ältere Kinder gerne selber die Puppe führen und ihre Geschichte erzählen. Ob wir Erwachsenen der Darbietung nun wirklich folgen können, ist wieder eine andere Geschichte und auch belanglos. In der Regel beziehen sich diese Geschichten auf bereits Erlebtes. Solche Handspielpuppen haben Narrenfreiheit und können meistens tun und lassen was sie wollen, es gibt – im Gegensatz zum realen Leben der Kinder – keine verbindlichen Regeln. Emotionen dürfen von den Puppen uneingeschränkt ausgelebt werden, egal ob traurig, böse oder lustig. Diese „Verhaltensfreiheit“ ist für therapeutische Zwecke nicht unwichtig.

Wie werden Handpuppen am besten gespielt?

Eine einfache Handpuppe zu bespielen, bei der über den Zeigefinger der Kopf gesteuert wird und lediglich zwei Finger für die Arme gebraucht werden, ist relativ einfach: Kinder lernen dies im Handumdrehen. Andere Puppen sind etwas komplizierter, sie haben auch noch Beine oder der Mund muss manuell bewegt werden. Auch bei Puppen in der Gestalt von Tieren lässt sich meist das Maul mit zwei Fingern bewegen; dafür werden normalerweise Daumen und Zeigefinger genutzt. Handpuppen lassen sich sicherlich am einfachsten spielen und werden von Bauchrednern bevorzugt. Andere Puppen, wie etwa Stangenpuppen, wo mehrere Stangen für die Bewegungsabläufe geführt werden müssen, sind schon nicht mehr so einfach, dasselbe gilt auch für Marionetten. Eine andere Variante sind noch Kleinstpuppen, die einfach auf einen Finger gestülpt werden. Groß im Kommen sind mittlerweile auch sogenannte spielbare Voodoo-Puppen.

Auf Geburtstagsfeiern von Kindern stellt eine Puppentheatervorführung die Gaudi dar. Das Ganze macht nicht nur den Kids unheimlichen Spaß, auch die Akteure kommen auf ihre Kosten. Der Aufwand ist bescheiden, die Kosten halten sich in Grenzen. Ein Vorhang und 2 - 3 Puppen reichen in der Regel vollkommen aus. Welches Stück zum Besten gegeben wird, ist abhängig vom Alter der Kinder. Lustige Stücke sind natürlich der Renner. Allerdings müssen die Inhalte dem Durchschnittsalter entsprechen. Welches Stück für welches Kindesalter geeignet ist, findet man in Büchern, aber auch im Internet. Es müssen aber nicht zwingend vorgegebene Stücke sein, ebenso gut können sich die Spieler eine lustige Geschichte selber ausdenken und inszenieren.

Kinder lieben Spielzeug

Jedes Kind hat den angeborenen Drang zum Spielen. Eltern und Verwandte sind oft etwas überfordert, wenn es um die Auswahl von geeignetem Spielzeug geht. Es soll qualitativ hochwertig, aber auch langlebig sein und wenn möglich auch noch pädagogische Zwecke erfüllen und dem Kind nicht schon nach ein paar Tagen langweilig werden. Der Markt hat natürlich nicht geschlafen und es werden fast täglich neue Spielzeuge erfunden. Heutzutage gibt es z. B. High-Tech-Spielzeug vom Feinsten mit allem erdenklichen Schnickschnack. Und trotzdem es gibt kein Spielzeug, dass so oft gewünscht und gekauft wird wie Puppen in allen erdenklichen Ausführungen. Das hat durchaus seinen Grund, denn kein anderes Spielzeug bietet so viele unterschiedliche Spielmöglichkeiten wie eine Puppe. Jeden Tag kann eine neue, andere Geschichte gespielt werden. Aber auch andere Spielzeuge, wie etwa Bauklötze oder auch Malstifte, haben - trotz High-Tech-Spielzeug - nichts an Faszination verloren. Bei all diesen Spielzeugen ist Kreativität gefordert, das Kind muss Entscheidungen treffen, es muss nachdenken, überlegen und dann handeln. Das Kind möchte gefordert und gefördert werden.

Seit langem ist auch bekannt, dass sich Kinder gerne verwandeln und in andere Charaktere schlüpfen wollen. Einmal Prinz oder Prinzessin sein oder auch ein Indianer, ein Feuerwehrmann oder Lokomotivführer spielen, davon träumt sicherlich so gut wie jedes Kind. Ist das nicht möglich, kann das Kind seine Wunschperson in eine Puppe projizieren. Besonders Handpuppen sind prädestiniert, um solche Rollen zu übernehmen. Dadurch kann das Kind über die Puppe seine Wünsche verwirklichen, so wird es eins mit der Puppe. Kinder können sich auch ganz schnell in eine Puppe verlieben oder eine enge Beziehung aufbauen; ganz besonders dann, wenn es sich um Tiere mit großen Augen handelt. Das können Hunde-, Pferde- oder Krokodilpuppen sein. Für Kinder sind Puppen immer lebendige Partner, dabei spielt es überhaupt keine Rolle, wie gut die Puppe gemacht ist, weil der Charakter die Verbindung herstellt. Der Puppe wird so gut wie alles erzählt, auch Sachen die Kinder nie den eigenen Eltern anvertrauen würden. Dass die Kinder mit sich selbst sprechen, ist zumindest den Kleinkindern nicht bewusst. Sie sprechen einfach alles aus, was sie gerade denken oder was sie im Augenblick beschäftigt. Die Thematik kann auch von einem zum anderen Augenblick wechseln, ein bestimmtes Thema herrscht nicht vor. Die Puppe ist ihr wahrer Freund, sie wird keine Geheimnisse weitergeben.

Mit Handpuppen die Phantasie der Kinder anregen

Es ist erstaunlich, wie schnell Kinder zu einer Puppe einen Draht finden können. Das Kind wird mit der Puppe den Dialog suchen. Wenn mehrere Puppen vorhanden sind dürfte kurzfristig das große Rollenspiel beginnen. Eltern die zuschauen und zuhören sind erstaunt darüber, was sich Kinder alles einfallen lassen können, um das Spiel am Leben zu erhalten. Der Gesprächsstoff scheint nie auszugehen und das ist gut so, weil es für die weitere Entwicklung eines Kindes wichtig ist. Nach kürzester Zeit wird jeder einzelnen Puppe ein Charakter zugeordnet, wobei hier Gut und Böse vorherrschen. Das Kind denkt sich eine Handlung aus und die „Guten“ werden gemeinsam versuchen den „Bösen“ zu fangen oder auch zu bestrafen. Ist das dann mit vereinten Kräften auch gelungen, wird sich das Kind eine neue Handlung ausdenken. Spielen mehrere Kinder miteinander, wobei jedes Kind eine eigene Puppe hat, wird das Spiel noch interessanter, denn jetzt können Rollen aktiv getauscht werden. Auch wichtig zu wissen ist, dass die Puppen sich untereinander alles sagen dürfen. Kinder sind da persönlich gehemmter und lassen lieber ihre Spielzeuge bzw. Puppen sprechen.

Kids und Erwachsene sind, um es gleich zu erwähnen, gleichermaßen von Bauchrednern begeistert. Gute Bauchredner verstehen es, ihre Stimme in unterschiedlichen Variationen wiederzugeben und diese auch unterschiedlichen Puppen zu verleihen. Wenn der Bauchredner kaum eine Miene verzieht, seine Lippen sich nicht bewegen, ist das für Jung und Alt ein unterhaltsamer Genuss. Nach einer Vorstellung ist es für Kinder normal, wenn sie Zuhause das Bauchreden nachahmen - natürlich mit eher mäßigem Erfolg. Stundenlang stehen sie nun vor einem Spiegel und versuchen den Bauchredner zu kopieren; die Erfolge bleiben aus, aber es wird die Gesichtsmuskulatur trainiert und dieses Training stellt Anforderungen an die Geduld und das Durchhaltevermögen.

Handpuppen für die Pädagogik

Für Kinder sind Handpuppen ganz natürliche, gleichberechtigte Spielkameraden - egal aus welchem Material diese gefertigt sind, egal was sie darstellen sollen, ob sie als Puppe oder Stofftier existieren, das ist für Kinder völlig unerheblich. Sie sprechen ganz normal mit den Puppen und stellen mit ihnen Abläufe des täglichen Lebens nach. Das können Situationen wie das Schlafengehen sein, aber auch der Spaziergang mit Oma oder die Schelte vom Papa. Auch der erfahrenste Therapeut bekommt immer mal wieder ein neues Rollenspiel zu sehen, weil der Fantasie der Kids keine Grenzen gesetzt sind. Aufgrund solcher Rollenspiele wurden dann eigens Puppen gefertigt, die in der Pädagogik gezielt auf die entsprechende Problematik des Kindes eingesetzt werden. Mit solchen speziellen Puppen kann der Dialog auf das erahnte Thema gelenkt werden. Kinder, die z. B. den Verdacht aufbringen, sie seien sexuell misshandelt worden, erhalten eine Puppe mit speziell ausgeprägten Geschlechtsorganen. Das gleiche was für Kinder gilt, funktioniert auch bei Erwachsenen die geistig etwas zurückgeblieben oder geistig behindert sind. Auch Erwachsenen können die passenden Worte fehlen, um sich zu erklären. Pädagogische Handpuppen sind auch in diesen Fällen oftmals die einzige Möglichkeit, um den Patienten die gewünschten Infos zu entlocken.

Handpuppen erlauben es dem Kind sich nicht nur akustisch auszudrücken, sondern auch ergänzend Nonverbales zum Ausdruck zu bringen. Die eigene Mimik und die Gesten der Puppe lassen vieles erahnen; der Therapeut muss lediglich alle Fakten zusammentragen, analysieren und interpretieren. Natürlich können Kinder auch vom eigentlichen Thema abschweifen, aber mit viel Feingefühl und der richtigen Frage kann das Gespräch erneut in die gewünschte Richtung gelenkt werden. Besonders in der Sprachentwicklung lassen sich erstaunliche Resultate beobachten. Hinter einem Vorhang oder hinter einer Bühne fühlen sich Kinder unbeobachtet und können plötzlich klar sprechen, obwohl sie vorher gestottert haben. Auch alte und verwirrte Leute können sich besser sammeln und vergleichsweise verständliche Dialoge führen, wenn die Botschaft über eine Handpuppe vermittelt wird. So ist es nicht verwunderlich, dass Pädagogen wie auch Therapeuten, als Hilfsmittel gerne zu Handpuppen greifen, um einen leichteren Zugang zu ihren Patienten zu finden. Dadurch können sie an wichtige Informationen gelangen, die eventuell ohne Handpuppe nie offenbart würden. Auch schon ganz kleine Kinder sind von Handpuppen mehr als angetan. Besonders, wenn diese die Gestalt von Tieren haben. Kleinkinder mögen es Tiere zu knuddeln, mit ihnen zu schmusen und sie zu streicheln. Ob als Bauchrednerpuppe oder Stofftier, Kinder sprechen relativ schnell zu ihnen und erzählen was sie beschäftigt – der Therapeut braucht nur noch zuzuhören und die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Alle Kinder kennen Kasperle und seine Freunde

Im deutschsprachigen Raum dürfte wohl keine Puppe annähernd den Bekanntheitsgrad von Kasperle haben. „Seid ihr alle da?“, so beginnen die jeweiligen Kasperle-Theaterstücke. Nach dieser Begrüßung sind die kleinen Quälgeister voll und ganz in ihrem Element. Alle Stücke, die für die Kasperle-Darbietungen geschrieben wurden, haben eine pädagogische Aufgabe. Kasperle ist nie böse, er hilft immer anderen Leuten. Was in Deutschland den Kasperle darstellt ist z. B. in Frankreich Guignol, in England Mr. Punch, in Russland Petruschka, in Dänemark Mester Jackel und in Italien Pulcinella. Alle Länder – rund um den Globus – haben so ihre pädagogisch wertvolle Puppe mit Kultstatus. Unser Kasperle wurde eigentlich dem italienischen Pulcinelle abgeschaut. Solche Puppen waren im deutschsprachigen Raum auch unter den Namen Putschenella und Borzenelle bekannt. Die etwas „beschränkte“ Handpuppe mit dem Namen Hanswurst erfand ein österreichischer Wanderarzt, als Pendant zu den italienischen Vorbildern. Es wird davon ausgegangen, dass so im Laufe der Zeit der Kasperle entstanden ist. Puppen haben alle Epochen und Zeiten schadlos überstanden und sind beliebt wie eh und je. Sie haben ihren festen Platz in der Gesellschaft und auch in den Medien. So werden auch heutzutage noch immer Aufführungen der Augsburger Puppenkiste gezeigt. Das Kölner Häneschen Stockpuppentheater genießt ebenfalls einen ausgezeichneten Ruf weit über die Landesgrenzen hinaus.

Die Handspielpuppen und ihre Geschichte.

Bekannt ist, dass es schon in der Antike Handpuppen gegeben haben muss. Das belegen Funde aus Ausgrabungen. Vermutungen gehen davon aus, dass Puppen ihren Ursprung in Persien haben, die damals jedoch für religiöse Handlungen gebraucht wurden. Wissenschaftlich gesichert ist auch, dass Marionetten bereits im alten Griechenland ein Thema waren, darüber berichteten auch Aristoteles und Platon. In deren Überlieferungen heißt es, dass die Puppen über Fäden bewegt wurden. In Zeichnungen der europäischen Enzyklopädie, die aus dem Jahre 1160 stammen, konnte man erste Erkenntnisse über Puppen sammeln. Es kann durchaus sein, dass es auch hierzulande schon viel früher Puppen gab. Die gefundenen Aufzeichnungen deuten jedoch darauf hin, dass diese Puppen vermutlich zur Belustigung des ganz einfachen Volkes galten.

Der eigentliche Hype für Puppen begann ab dem 16. Jahrhundert. Anfänglich waren Vorführungen auf Märkten und Gasthöfen angesagt, mit der Zeit folgten dann auch Veranstaltungen in Zelten und Hallen. So gab es mit der Zeit auch Profis, die nur das Puppenspiel zum Besten gaben und davon leben konnten. Damals waren lustige Stücke besser angekommen, als Geschichten mit einem ernsten Hintergrund. Im 19. Jahrhundert fand nochmals ein Wandel statt; Puppen und Puppenspiel fanden eine besondere Bedeutung für Kinder. Spezielle Puppen und spezielle Stücke wurden eigens für Kinder konzipiert. Es wird jedoch angenommen, dass es auch schon sehr viel früher einfache Puppen ausschließlich für Kinder gegeben hat. Diese waren sicherlich sehr primitiv gefertigt, jedoch dürften diese den Kindern trotzdem viel Spaß gebracht haben. Nach und nach wurden die Puppen natürlich immer besser und mit dem heutigen Stand lassen sich Handpuppen leicht aufstülpen und bewegen. Der Mund kann z. B. zum Gespräch mitgeführt werden, so dass insgesamt eine stimmige Dynamik vorherrscht. Eine Handpuppe ist nach wie vor ein sehr gutes Geschenk für Kleinkinder, weil sie sich mit ihnen stundenlang selbst beschäftigen können. Kinder können laufend neue Geschichten erfinden. Die gute, alte Handpuppe hat damit wieder ihren umfangreichen Nutzen bewiesen.

Welche Wirkung hat das therapeutische Puppenspiel?

Puppen und Puppenspieler sind seit Urzeiten überliefert und haben für Erwachsene und Kinder eine magische Ausstrahlung. Es ist auch weltweit bekannt, dass Puppen eine therapeutische Wirkung auf Leute jeden Alters haben können, da sie ein Abbild von Menschen sind. Jede Puppe hat ihre ganz eigene Persönlichkeit, ihren Charakter und verhält sich entsprechend individuell. Puppen können so zum Menschenersatz werden, Menschen wie man sie sich je nach Situation gerade wünscht.

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Puppen müssen gehorchen, Wiederspruch ist nicht erlaubt

Einfache Puppen, die etwa nur gestrickt wurden oder aus Holz, Stroh und sonstigen Materialien hergestellt sind, lassen viel Spielraum offen, die Puppe mit der eigenen Phantasie so zu sehen, wie es einem beliebt. So zum Beispiel von den Ureinwohnern aus Brasilien, wo Puppen lediglich aus Palmblättern gefertigt sind. Nur die Brüste werden mit Wachs modelliert bzw. nachgeahmt. Dadurch wird dem Zuschauer ein sofortiges Auseinanderhalten ermöglicht.

Laut wissenschaftlichen Untersuchungen sind die Augen der Eltern das Erste was ein Kleinkind scharf erkennen kann. So verwundert es auch nicht, dass den Augen von Puppen eine ganz besondere Bedeutung zukommt. Aus diesem Grund haben auch ganz primitiv gefertigte Puppen immer mindestens zwei Augen, sie bringen ein gewisses Leben in eine Puppe.

Dadurch ist es eigentlich recht naheliegend, dass Puppen sowohl in der Pädagogik, als auch in der Heilpädagogik erstaunliche Ergebnisse liefern. Auch in der Therapie von psychisch kranken Personen werden Puppen eingesetzt. In der „Magie“ von rückständigen Völkern werden bspw. durch Schamanen, anhand von Puppen, Menschen nachgebildet. Dies hat zur Folge, dass deren Zauber eindringlich wirken kann. Ganz egal wie eine Puppe ausschaut, Kinder ordnen dieser Puppe gleich einem Menschen zu. Das können die Eltern, Geschwister oder auch andere Personen aus dem direkten Umfeld sein.

Ein Puppenspiel zur Therapie

Die Idee, Puppen gezielt in der Pädagogik und zu verschiedenen Therapien einzusetzen, stammt ursprünglich aus Amerika und wurde um 1920 auch in Europa übernommen. Einer der Vorreiter dieser Idee war ein gewisser J. L. Moreno, der 1974 verstarb. Die Idee dazu lieferten Kinder, die sich ganz ungezwungen mit Puppen und deren Rollenspielen beschäftigten. Eigene Empfindungen und Gefühle der Kinder werden auf die Puppen übertragen, sie nehmen die Stelle der Kids ein. Man könnte auch sagen, unsichtbares wird sichtbar gemacht. Ängste, Freude, Trauer oder auch Wut werden in einer Art Psychodrama visuell dargestellt. So lässt sich schon sehr genau erahnen, was sich in einem Kind abspielt. Moreno hat durch den natürlichen Spieltrieb der Kinder herausgefunden, dass es ihnen wesentlich leichter fällt, sich in der Person einer Puppe zu öffnen und sich auszutauschen. Wenn Kinder untereinander spielen, sind sie sehr ehrlich. Bei Erlebnissen, die noch nicht ausreichend verarbeitet wurden, fällt es Kindern leichter, das Erlebte über eine Puppe preiszugeben. Die Puppe spricht dann unbewusst im Namen des Kindes.

Oft können Kinder mit Worten nicht ausdrücken, was sie eigentlich sagen möchten. Das mag am fehlenden Wortschatz liegen oder auch daran, dass das Kind behindert oder geistig zurückgeblieben ist. Die Betroffenen versuchen mit Gesten oder Mimik das zum Ausdruck zu bringen, was sie nicht in Worte fassen können. Handpuppen hingegen erleichtern die nonverbale Kommunikation. Die Kinderpsychotherapie bedient sich seit langer Zeit an Kinderzeichnungen, um zu verstehen, was ein Kind gerne zum Ausdruck bringen möchte. Heutzutage ist man auch dazu übergegangen, anstelle von direkten Dialogen, das Gespräch via Handpuppen zu suchen. Die Kinder lassen sich so viel einfacher und auch genauer „aushorchen“. Kinder sind eher bereit mit einer Puppe zu sprechen, als sich einem womöglich fremden Erwachsenen zu öffnen.

Wie findet man heraus, was Kinder wirklich denken?

Um herauszufinden was ein Kind innerlich beschäftigt, muss die Ursache zuerst diagnostiziert werden. Was das Kind möglicherweise im direkten Fragespiel nicht preisgeben wird, kann mit einer Puppe spielerisch entlockt werden. Hier besteht so gut wie keine Hemmschwelle. Das Kind geht davon aus, dass die Puppe verschwiegen ist und nichts an erwachsene Personen weitergibt; dadurch erzählt ein Kind unbewusst das, was es eigentlich gar nicht preisgeben möchte. Durch ein zusammengestelltes Set, das aus Puppenstubeninhalt, Spielmaterial und auch kleinen biegsamen Puppen (u. a. Babypuppen, Opa- und Oma-Puppe, aber auch Polizist und Arzt etc.) besteht, können sich die Kinder ihre eigene Welt aufbauen. Die Interpretation ist eine Sache der klassischen psychoanalytischen Einschätzung, wobei das Alter uns das Entwiklungsstadium des Kindes berücksichtigt werden muss. So können Rückschlüsse gezogen werden, mit welchem Entwicklungsthema sich das Kind zurzeit auseinandersetzt.

Diese Rückschlüsse sind jedoch mit einer gewissen Vorsicht zu genießen, da sich nicht immer mit absoluter Sicherheit bestimmen lässt, was nun real nachgespielt wird und was der Phantasie des Kindes entspringt. Solche Ableitungen sind subjektiv zu betrachten, auch, wenn es sich bei den dargestellten Personen um die Eltern des Kindes handelt. Wenn nun zum Beispiel eine böse Puppenmutter ein Puppenkind züchtigt, heisst dies nicht zwangsläufig, dass das Kind von seiner Mutter auch wirklich geschlagen wird oder wurde. Es kann ebenso bedeuten, dass eine Zurechtweisung des Kindes durch die Mutter übertrieben dargestellt wird oder das Kind sich vorstellt, was im schlimmsten Fall passieren könnte, wenn es unartig ist.

Bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch an Kindern wird mit anatomisch gut nachempfundenen Puppen gearbeitet. Wenn nun ein Kind eine Körperöffnung einer Puppe besonders interessant findet und sich damit beschäftigt, kann dies auch eine natürliche Neugierde sein; einen direkten Zusammenhang zu einem Missbrauch zu schließen, wäre sicherlich etwas übereilt, wobei davon ausgegangen wird, dass das Kind eigentlich nur das nachspielen könne, was es bereits kennt oder erlebt hat. Wie auch immer, die ersten Eindrücke sind definitiv subjektiv zu betrachten; dasselbe gilt auch bei Zeichnungen von Kindern. Was ein Kind nun darstellt, kann einen theoretischen Hintergrund haben und je nach den Umständen kann es auch nachvollzogen werden. Weitere Abklärungen sich jedoch unumgänglich.

Wozu eignen sich Puppen noch, sind sie therapeutisch einsetzbar?

Puppen eignen sich hervorragend um Diagnosen zu stellen. Sie werden auch allgemein, als unterstützende Maßnahme, bei Therapien herangezogen. Spielerisch kann - aus heilpädagogischen Aspekten - gesteuert werden, wie sich ein Kind verhalten sollte. Was die Puppe nicht darf, ist auch dem Kind untersagt – zumindest wird dies so von Kindern verstanden. Dadurch kann Einfluss auf das Kind genommen werden. Kein anderes Medium eignet sich besser, um ein Kind ohne Zwang zu beeinflussen. Besonders in der Sprachheilpädagogik werden erstaunliche Resultate erzielt. Kinder die stottern vergessen oft – während sie in der Therapie agieren - dass sie eigentlich stottern. Hinter der Bühne sind sie für die Mitmenschen unsichtbar, das suchen nach Worten entfällt sehr oft, sie sprechen ganz normal. Die Angst dauernd beobachtet zu werden kann der Auslöser des Stotterns sein. Das Kind versetzt sich in die Person der Puppe; das Kind selbst fühlt sich nicht mehr beobachtet, das Sprechen fällt ihm wesentlich einfacher, es versteckt sich quasi hinter der Puppe. Die Puppe verschafft dem Kind Mut, um zu sagen was es eigentlich möchte, Liebe zu suchen oder auch mal richtig böse zu werden. Alles was das Kind sich normalerweise nicht traut, ist unter dem Schutz der Puppe möglich.

Erleichtert eine Handpuppe die Kommunikation mit den Kindern oder anderen Menschen?

Ob in einer Gruppe oder bei Einzelpatienten/innen finden die Therapeuten durch die Puppen einen einfacheren Zugang. Die Puppe fungiert als Vermittler, das Kind spricht mit der Puppe und nicht direkt mit dem Therapeuten. Besonders schüchterne oder gar etwas ängstliche Kinder, aber auch erwachsene Personen, können auf diese Weise einfacher einen „Draht“ zum Therapeuten finden. Ganz besonders gut eignet sich diese Methode bei autistischen Kindern, die ganz schwierig sind, denn sie lassen kaum einen fremden Menschen an sich ran und sind überhaupt nicht bereit, ausgenommen ihre Bezugsperson, mit jemandem zu sprechen.

Anfänglich sind auch Puppen fremde Personen, besonders autistische oder auch Kleinkinder können schon mal etwas Angst haben. Auch der erste Kontakt zu einer Puppe muss mit viel Feingefühl hergestellt werden. Das Vertrauensverhältnis vom Patienten zur Puppe muss vorsichtig und langsam aufgebaut werden, erst, wenn dies gelungen ist, wird der sich der Patient der Puppe öffnen. Die Ziele in der Pädagogik, wie auch in der Therapie, sind sehr unterschiedlich. Das Puppenspiel ist ein Mix, der beide Varianten fördert und unterstützt. So simpel das Ganze auch ist, so effektiv sind die Erfolge. Professionelle Psychologen und Therapeuten, als auch betreuendes Personal und Familienangehörige machen sich dies zu nutzen, dadurch einen besseren Zugang zu den kleinen und großen Patienten zu finden. Kinder hingegen finden zu Puppen ein wesentlich schnelles Vertrauensverhältnis. Die Kinder versuchen ihre Denkweise auf die Puppe zu übertragen und diese Puppe wird dann an ihrer Stelle mit den Erwachsenen sprechen.

Auch in der Arbeit mit erwachsenen Personen, die Probleme haben, wie z. B. im Umgang mit Alkohol, aber auch bei älteren Menschen, können verblüffende Erfolge erzielt werden. Durch die Puppen entsteht eine ganze Palette von Möglichkeiten, die entsprechend der Problematik des Patienten genutzt werden kann. Auch die Therapie ist in unterschiedliche Schwierigkeitsgrade gestaffelt, denn alle Menschen sind bekanntlich unterschiedlich. Eine Option ist eine Theateraufführung, die jedoch nur in einer Gruppentherapie realisierbar ist. Hier kann eine individuelle Rollenverteilung vorgenommen werden. Zum Beispiel Rollen ohne Text, die Musik dazu machen oder auch ein Tier darstellen. Es braucht aber auch immer Helfer, die je nach Neigungen und Fähigkeiten bestimmt werden können. So werden z. B. auch Helfer hinter den Kulissen wie Bühnenbilder, Visagisten und dergleichen benötigt.

Eine Stufe höher angesiedelt sind Puppenaufführungen oder auch Schattentheater. Dies erfordert von den Patienten höchste Konzentration und den Willen für eine Zusammenarbeit. Hände und Augen werden gefordert, ist dann noch ein vorgegebener Text zu sprechen, kann es schon Mal vorkommen, dass der eine oder andere Patient überfordert ist, was aber keine Rolle spielt - solange die Freude am Spiel nicht verloren geht. Bei so einer Aufführung geht es nicht darum ein Stück genau nach „Drehbuch“ wiederzugeben. Das Resultat ist recht nebensächlich. Es soll den Patienten vermitteln, dass sie gebraucht werden. Darüber hinaus soll das Rollenspiel allen Beteiligten Spaß und Freude bringen. Aus therapeutischer Sicht ist es wichtiger, die Phantasie der Patienten anzuregen; sie sollen versuchen die Figur, die sie darstellen wollen, selbst zu basteln. Da wird handwerkliches Geschick gefordert, Kreativität ist gefragt und es braucht auch den Willen und die Geduld etwas zu Ende zu bringen. Wer das schafft wird sich freuen etwas einmaliges ganz alleine gemacht zu haben. Die Vorfreude auf weitere Aufgaben und Verantwortlichkeiten ist geweckt.

Wichtig ist auch, dass die Patienten bereits bei den ersten Proben ihre „Scheu“ verlieren. Eine Probe im freien Raum hilft auch Bewegungsängste zu mindern. Eine weitere Option besteht darin, dass die Patienten auch einen Rollentausch vornehmen. So kann sich jeder seine Figur aus einer andern Perspektive ansehen, was unter Umständen neue Ideen sprudeln lässt, wie die Figur noch besser aussehen könnte. Puppenspieler, Puppe und auch Zuschauer, können sich gegenseitig identifizieren, wobei die Puppe im Mittelpunkt steht. Die Zuschauer versuchen sich in die Geschichte der Puppe zu versetzen, die erzählt werden will. Was nun Wirklichkeit oder Wunschdenken ist, muss jeder Zuschauer für sich selbst versuchen herauszuhören.

Ein Puppenspiel darf keinesfalls mit einem Kasperletheater verwechselt werden. Es bestehen elementare Unterschiede zum Puppenspiel und dem Kasperletheater, so hat der Kasperle die Aufgabe zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, was er meistens mit einem erhobenen Zeigefinger macht. Genauso falsch wäre es, wenn eine Puppe diese Rolle übernehmen würde, das hätte dann mit der psychologischen Therapie überhaupt nichts mehr gemein. Die Puppe soll die Gefühle des Puppenspielers widerspiegeln und nicht über Recht oder Unrecht urteilen, tadeln oder gar strafen. Ein Puppentheater ist mit einem Puppenspiel nicht vergleichbar. Ein Puppentheater hat immer eine vorgegebene Geschichte, die mehr oder weniger eingehalten werden sollte. Das Puppenspiel gibt allenfalls eine Richtung vor, wie das „Gespräch“ etwa verlaufen soll. So kann je nach Situation immer wieder auf ein anderes Thema umgeschwenkt werden. Der Therapeut ist irgendwie so eine Art Talkmaster, der die Handlung in die gewünschte Richtung lenkt, ohne jedoch zu fest Einfluss zu nehmen, wobei die eigentliche Thematik (quasi die Darstellung der Charaktere).beibehalten wird.

Das therapeutische Puppenspiel – Der Ablauf

Auch das therapeutische Puppenspiel ist nicht mit einem Puppentheater zu verwechseln. Hier geht es in erster Linie darum dem Patienten, Kind oder Erwachsener spielend zu entlocken, worüber er eigentlich nicht sprechen möchte. Damit sollen Konflikte gelöst und Spannungen abgebaut werden. Die Puppen werden i. d. R. personifiziert, so kann z. B. eine Hexe von einem Kind, als die eigene Mutter, gesehen werden. Die böse Hexe muss natürlich irgendwie bestraft werden. Der Spieler personifiziert die Puppe nach Lust und Laune, es gibt keine Regel und kein Skript, keine Kritiken und auch keine Zuschauer. Der ganze Disput verläuft nach der jeweiligen Verfassung des Kindes oder des Patienten. Der Therapeut ist eine neutrale Drittperson, er soll versuchen zu verstehen, was das Kind vermitteln möchte - wobei Gesten und Mimik ebenfalls einiges aussagen können.

Geschulte Therapeuten wissen wie sie sich verhalten sollen, sie dürfen nie das Zepter in die Hand nehmen; der Hauptakteur ist immer das Kind. Der Therapeut ist lediglich ein geduldeter Mitspieler. Seine Aufgabe bestehen darin zuzuhören, zu beobachten und eventuell auch Anregungen zu geben, mehr aber nicht. Kinder die eine solch schwierige Lebensphase durchleben müssen, brauchen eine Bezugsperson mit psychologischem Fachwissen und sehr viel Einfühlungsvermögen. Was die kleinen Patienten so von sich geben, kann mitunter belanglos und langweilig sein - doch plötzlich können Stichworte auftauchen, die den Therapeuten hellhörig werden lassen und Hinweise auf die eigentliche Problematik geben. Hier kann dann der Therapeut vorsichtig eingreifen und das Spiel weiter in diese Richtung lenken. Es braucht lediglich ein paar unterschiedliche Puppen, um das Spiel zu spielen. Je nach dem was das Kind beschäftigt, wird es sich die entsprechende Puppe selbst wählen. So reichen jeweils 2 - 3 männliche und weibliche Puppen, die freundlich und böse aussehen, dazu eventuell noch Puppen in der Gestalt von Kindern, die den Bruder oder die Schwester darstellen könnten. Mehr braucht es dazu nicht.

Das Puppentheater erzählt eine genau definierte und vorgegebene Geschichte. Dem Spieler bleibt wenig Spielraum für eigene Interpretationen. Das aufgeführte Stück kann für die Zuschauer lustig, aber auch sehr langweilig sein. Anders das Puppenspiel, welches im ganz intimen Rahmen - zwischen dem Patienten und den Therapeuten - stattfindet, aber auch Vorführungen mit Publikum sind möglich. Hier liegt auch eine Geschichte zu Grunde, die aber von den Spielern je nach Lust und Laune abgewandelt werden können. Die Figuren müssen nicht fertig ausgestattet sein, es reicht, wenn Mann oder Frau, gut oder böse klar erkennbar sind. Der Rest ist der Phantasie überlassen, so kann die Stimme der Puppe angepasst werden, wie auch dessen Bewegungen. Dadurch können – mit viel Interpretation – unverwechselbare Charaktere geschaffen werden.

Das alles können Puppen:

· Puppen können durch eine Diskussion führen.

· Puppen schlichten Streitereien

· Puppen haben eine eigene Meinung

· Puppen wagen gerne mal neue Erfahrungen

· Puppen können schon mal dämliche Fragen stellen

· Puppen sind manchmal auch schüchtern

· Puppen haben gelegentlich ein freches Mundwerk

· Puppen können auch trösten

· Puppen können uns auch ein Lachen entlocken

· Puppen können traurig sein und weinen

· Puppen sind manchmal sehr mutig

· Puppen haben gelegentlich auch Angst

· Puppen sind manchmal schwach

· Puppen können auch stark sein

· Puppen können klug sein

· Puppen sind gelegentlich auch dumm

· Puppen können sehr lieb sein

· Puppen sind manchmal auch richtig böse

Puppen haben es gut, sie können tun und lassen was sie wollen. Wir, als Menschen, dürfen nur das machen, was die Netiquette hergibt. Ein Mensch darf nicht gegen die „Spielregeln“ verstoßen. So übernehmen Puppen stellvertretend die Persönlichkeit von Kindern, sie führen die Wünsche der Kinder aus und das ohne ein Donnerwetter erwarten zu müssen. Umgekehrt kann aber auch der Therapeut seine Message über die Puppe an das Kind vermitteln und bleibt so in den Augen des Kindes außen vor, da er das Kind nicht direkt anspricht. Die Puppe darf jedoch keinesfalls missbraucht werden, um einem Kind irgendwelche pädagogische Massnahmen aufzwingen zu wollen, dass würde das Vertrauen zur Puppe ganz schnell schwinden lassen.

Welche Arten von Puppen gibt es?

Die Handpuppe

Es wurde herausgefunden, dass es therapeutisch sinnvoll ist, wenn sich die Patienten ihre Puppe in Handarbeit selbst fertigen. So ist schon ein erster Eindruck auf das dreidimensionale Innenleben des Patienten möglich. Man geht davon aus, dass auch ein Kind ab ungefähr 4 Jahren in 2 - 3 Therapiesitzungen eine Puppe zum Leben erwecken kann; derselbe Zeitraum gilt auch für ältere Personen, die in Handarbeit etwas sehr ungeschickt sind. Die Herstellung einer Puppe kann dem Patienten erste Erfolgserlebnisse bringen. Auch eine Bindung zur Puppe ist bereits entstanden. Da erwachsene Personen länger über die Gestaltung nachdenken, kann es durchaus sein, dass sie etwas länger brauchen. Kinder überlegen nicht lange, die erste Idee wird gleich realisiert.

Da sich ein Kind bei der Herstellung auch direkt mit der Puppe beschäftigt, ist es für das Kind auch kein Problem, sich mit dieser Figur zu identifizieren. Die fertige Puppe kann nun über die Hand gestreift werden und beginnt dadurch zu „leben“. Das Kind kann ab jetzt spielend erzählen, was es beschäftigt. Auch für erwachsene Patienten kann der Dialog sofort beginnen. Sobald die Handpuppe im „Einsatz“ ist, findet für das Kind eine Verwandlung statt; es ist nicht mehr das Kind, es ist die Puppe und kann somit tun und lassen was es will, es wird keine Reaktionen irgendwelcher Erwachsenen nach sich ziehen. Alles ist erlaubt – auch dann, wenn es im realen Leben Verbote und Regeln gibt. Die Puppe darf also fluchen oder spucken – und nichts wird passieren. Für das Kind ist es richtig toll, dass Mal so richtig loslassen darf…

Welche Aufgaben hat der Therapeut?

· Der Therapeut muss ein guter Beobachter sein

· Er muss versuchen sich in das Kind hineinzuversetzen

· Er muss Gesten und Symbole deuten können, um alles zu einem Stück zusammenfügen zu können

· Die Geschichte des Kindes sollte erkennbar sein, damit alles etwas neu geordnet werden kann

· Der Therapeut sollte in der Lage sein neue Verhaltensmöglichkeiten aufzuzeichnen

· Die Problematik muss analysiert werden, um eine Lösung anbieten zu können

Die Alternative: Eine Marionette

Schön wäre es natürlich, wenn auch Marionetten von den Patienten selbst gefertigt werden könnten. Das lässt leider nicht immer umsetzen, da es Patienten auch am handwerklichen Geschick fehlen kann. Anders als bei einer Handpuppe, muss man sich bei dieser Herstellung etwas mehr bemühen. Auch die Geduld ist nicht bei allen gleich ausgeprägt, da kann es zu Frust und Unbehagen kommen. Die meisten würden also irgendwann aufgeben, somit kann auch keine Beziehung zur Marionette entstehen. Im schlimmsten Fall könnte dieser Frust auch kontraproduktiv sein, weil einige kein Interesse mehr an Marionetten haben werden. Marionetten sind schon etwas kompliziert herzustellen, auch das Spielen mit einer Marionette verlangt große Fingerfertigkeit (durch die ganzen Fäden, die der Bewegung dienen) und auch logisches Denken. Das heißt, dass der Spieler zwingend wissen muss, wie eine Marionette zu bewegen ist. Um eine Marionette so zu bewegen, wie man es sich vorstellt, braucht es viel Training und viel Geduld. Die Summe all dieser Nachteile zeigt auf, dass Marionetten allenfalls zur Unterhaltung dienen können, wenn sich dahinter gute Spieler befinden, für die Kids sind Marionetten doch eher nicht geeignet.

Dann gibt es noch die Schosspuppe

Im therapeutischen Bereich wird die Puppe vom Therapeuten geführt. Solche Puppen sind mit 60 - 80 cm doch relativ groß, sehr gut nachgebildet und auch mit Kleidern und Schuhen ausgestattet. Hier versetzt sich die erwachsene Person in die Rolle der Puppe und übernimmt die Vermittlertätigkeit. Es können über die Puppe natürlich Fragen gestellt werden, die das Kind dann der Puppe beantwortet. Man kann das Kind auch trösten oder ihm Mut zusprechen, es besteht auch die Möglichkeit dem Kind zu suggerieren es handelt sich bei der Puppe um ein Geschwisterchen. Solche Puppen eignen sich eigentlich recht gut dazu, um einen ersten Kontakt zum Kind aufzubauen. Die Führung solcher Puppen ist ähnlich schwierig, wie das Bewegen von Marionetten, denn die Bewegungsmöglichkeiten sind beschränkt. Kleine Kinder verlieren ganz schnell Mal das Interesse; dann wird es für den Therapeuten schwierig, das Kind bei Laune zu halten.

Allerdings, als „Notnagel“ und Helfer zur Überbrückung, sind solche Puppen doch recht gut, besonders dann, wenn ein kleiner Patient das erste Mal zu einer Sitzung erscheint und keine Ahnung hat, was das alles soll. So ist das Kind anfangs „abgelenkt“ und ein erster Kontakt kann geknüpft werden.

Puppen sind willenlos

Der Schöpfer einer Puppe kann mit ihr eigentlich machen, was er möchte. Die Puppe hat keine Möglichkeit sich zur Wehr zu setzen, sie ist ihrem Meister ausgeliefert. Die Puppe erhält stellvertretend Zuneigung, aber auch Abneigung, wie die Situation es eben hergibt.

Im therapeutischen Umfeld sind Puppen dazu gedacht unterschiedliche Rollen einzunehmen. So zum Beispiel:

· Identifikationspuppen

· Substitutionspuppen

· Protektionspuppen

· Aggressionspuppen

· Kinder wollen beschützt sein, dazu brauchen sie eine Protektionspuppe, was ein Teddybär sein kann oder auch eine Puppe in der Gestalt eines Gendarmen. Diese Puppen sind in der Lage, sie zu beschützen und notfalls auch zu kämpfen. Aber auch Phantasiefiguren aus der Moderne, wie etwa Superman oder Spiderman, können diesen Part in Form einer Puppe übernehmen. Genau so kann diese Beschützerrolle auch eine Puppe in der Gestalt von Oma oder Opa übernehmen, es muss sich einfach um eine Person handeln, zu der das Kind ein uneingeschränktes Vertrauen hat.

· Als Identifikationspuppen werden Puppen bezeichnet, mit denen sich ein Kind voll und ganz identifiziert. Das Kind schlüpft in die Rolle der Puppe und spielt sich in der Regel selber. Es handelt sich dann meistens um einen Zauberer oder auch eine Prinzessin oder Prinzen. Das muss aber nicht so sein, so ist es durchaus möglich, dass zum Beispiel auch eine verstoßene Person (Schwester, Bruder etc.) in der Puppe gesehen wird und das Kind versucht dessen Leiden etwas zu lindern. Grundsätzlich gibt die gespielte Person des Kindes Aufschluss darüber, wie sich ein Kind zurzeit fühlt und was es beschäftigt; dementsprechend wird auch die Puppe gewählt. So wird in der Regel die Puppe gewählt, mit der sich das Kind identifizieren möchte. Dasselbe gilt auch, wenn eine Puppe durch das Kind selbst gefertigt wird. Das Kind wird die Puppe so herrichten, dass es sich mit dieser identifizieren kann.

· Substitutionspuppen könnte man auch „Mitleidspuppen“ nennen, darin werden Personen gesehen, die immer wieder etwas Schlechtes erleben müssen, wie zum Beispiel Krankenhausaufenthalte. In solchen Fällen werden gerne Ärzte für diese Rolle ausgewählt. Solche Puppen helfen Kindern unangenehme Erfahrungen besser zu begreifen und zu verarbeiten. Ist ein Kind aggressiv, wird es eine Agressionspuppe in der Gestalt eines Bösewichts wählen. Die Puppe könnte dann z. B. ein Teufel sein oder auch eine Hexe. Diese Puppen helfen Aggressionen eines Kindes etwas zu kanalisieren und sind dann quasi ein „Blitzableiter“.

· Dann gibt es auch noch Puppen für Kinder, die ihre Aggressionen überhaupt nicht mehr unter Kontrolle haben und zu Wutanfällen neigen. An diesen „Verklopfpuppen“, können solche Kinder dann auch Mal richtig zuschlagen und das solange, bis die Wut abgebaut ist. Es liegt dann an dem Therapeuten herauszufinden, wen das Kind in Wirklichkeit schlagen möchte und was die Ursache dafür ist.

Techniken in der Therapie mit Puppen

Der Ablauf ist eigentlich immer ähnlich aufgebaut: Das Kind gibt ein Thema oder eine Geschichte vor. Das können Themen zu Phantasiegeschichten des Kindes sein, aber auch Erfahrenes aus der Realität. Danach werden die Rollen verteilt, wobei es sinnvoll ist, das Kind seine Rolle selbst wählen zu lassen. Der Therapeut übernimmt dann den Gegenpart. Egal um welche Rolle es sich handelt, der Therapeut muss sich ganz in diese Rolle hineinversetzen können und die auch überzeugend spielen. Ein Bösewicht muss ein Bösewicht sein, eine Hexe ist und bleibt eine Hexe, ein Kind ist hilfsbedürftig, eine Amtsperson muss streng und korrekt sein usw.

Nachdem die Rollenverteilung erledigt ist, kann die Puppe endlich übergezogen werden – danach gibt es kein Zurück mehr. Die Rolle muss konsequent gespielt werden. Der Therapeut agiert in völliger Identifikation, mit der übertragenen bzw. angenommenen Rolle der Puppe. Natürlich bleibt viel Spielraum für eine eigene Interpretation. Böse darf böse sein, es darf aber nicht ausarten. Hier sollte der Therapeut einen vernünftigen goldenen Mittelweg zu seiner Wortwahl finden.

Komplikationen während eines Spiels sind immer möglich

Natürlich kann es Mal passieren, dass ein Spiel nicht wunschgemäß verläuft. Dem Kind ist es ganz einfach zu langweilig geworden oder der Therapeut kann nicht erkennen, welche Botschaft das Kind vermitteln möchte. Erfahrene Therapeuten können auch eine solche Situation oftmals noch retten, indem sie sich weiter in die Rolle der Puppe einspielen und gleichzeitig eine zweite Puppe ins Spiel bringen. So können Therapeuten den Dialog komplett selbst führen und das Kind kann entspannt zuhören. Wenn das Kind mag, könnte es auch noch in das aktuelle Geschehen eingreifen, wenn es einer anderen Meinung ist.

Ein Dialog-Beispiel: „Ich würde gerne ein guter Polizist sein.“, „Du bist ein guter Polizist, du musst nur immer ganz ehrlich sein.“ Gefällt dem Kind der Verlauf des Dialoges nicht, wird es sich zu Wort melden und möchte dann wieder ins Spiel eingreifen. Was bei Kindern funktioniert, kann auch bei erwachsenen Personen durchaus funktionieren.

Diese Problematik kann öfters auftreten, wenn sich ein Kind mit der Person/der Puppe nicht so richtig identifizieren kann und somit weder die richtigen Fragen, noch Antworten bereit hat. Die Ursachen dafür können unterschiedlich sein, die Person ist dem Kind zu wenig vertraut oder das Kind fürchtet sich und traut sich nicht so recht. Daher ist es sehr wichtig, dass der Therapeut im Vorfeld möglichst viel über das Kind und dessen Probleme erfährt. Anhand der Problematik kann der Therapeut dann dem Kind eine Auswahl von Puppen geben, die dem Problem entgegenkommen. Das Kind kann auch bestimmen wo das Spiel stattfindet; das vereinfacht die Ausgangssituation.

Es besteht auch die Möglichkeit ein Puppendoppel zu spielen, indem zwei gleiche Charaktere eingesetzt werden. Den einen Part übernimmt das Kind, den zweiten Part der Therapeut. Da beide Puppen die gleichen Interessen haben, können sie sich gegenseitig ermutigen und helfen.

Als weitere Option steht auch einem Puppenwechsel nichts im Wege, was natürlich nur in Gruppentherapien machbar ist. Ein Kind und ein Therapeut spielen ein Spiel, während die anderen Kinder einfach nur zuschauen. Dann kann das spielende Kind an ein anderes Kind abgeben, welches dann an dieser Stelle die Rolle übernimmt. Es kann neue Gedankengänge einbringen und, wenn es nichts mehr zu berichten weiß, auch wieder an das nächste Kind abgeben. Sowohl der Puppentausch, als auch der Rollentausch sind dem Psychodrama entsprungen. Der Rollentausch ermöglicht dem Kind eine Situation aus beiden Sichtweisen zu sehen. So kann das Kind mal Polizist sein und nach dem Rollentausch auch der Bösewicht. Spielend lernt das Kind, auch ab und zu eine andere Betrachtungsweise zu finden.

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Bauchredner Siegfried Eberle

Siegfried Eberle gehört zu den talentierten Showkünstlern, die ihr Talent als eine Art feine Kunst sehen. Er legt einen ganz besonderen Wert auf eine technische Finesse beim Puppenspiel und beim Sprechen. Die erfundenen Charaktere sind fröhlich, egozentrisch, amüsant aber auch launisch. Siegfried Eberle ist Mitglied im IVS der International Ventriloquist Society. Seine Shows können ganz nach Bedarf für Events, Firmenfeiern, auf einer Hochzeit oder für ein Jubiläum gebucht werden. Sonderwünsche dürfen natürlich geäußert werden. Auch für Schulen und Kindergärten ist das Programm gut geeignet.

Viele Gäste kennen es, dass ein DJ für ein Jubiläum angeheuert wird. Aber das ein Bauchredner wie Siegfried Eberle den Abend versüßt, wird mit Sicherheit eine tolle Überraschung. Vor einer Buchung kann die Länge des Programms mit Siegfried Eberle genau abgesprochen werden. Zu lange Shows sind auf vielen Events ungeeignet.

Viel besser sind kleine Shows, die bei allen Besuchern lange in Erinnerung bleiben werden. Die Ton- und Lichttechnik kann mitgebucht werden. Er kann auch für einen Jubilar ein außergewöhnliches Geschenk sein.

Die Geschichte von Siegfried Eberle

Geboren wurde Siegfried Eberle im Sommer 1967. Sein Talent machte sich schon früh bemerkbar. Bevor er sich aber tatsächlich nur der Bauchredekunst hingab, erlernte er einige Berufe. Er schrieb sogar ein Buch über die Erziehung von Menschenkinder und Bauchrednerpuppen. Bei Patrick Martin, der ersten Bauchredner Schule Europas studierte er das Bauchreden. Danach folgten zahlreiche Kurse und Seminare. Kurse bei Tom Crowl, Dan Horn und Mark Wade ließen ihn immer weiter in die Welt der Bauchrednershows eintauchen. Er bildete sich weiter als Trainer für Bauchreden und gibt heute die einzigartige Technik von Pat Martin in Kursen weiter.

Seine Puppen scheinen zu leben

Meistens entstehen lustige Dialoge zwischen der Puppe und Siegfried Eberle, so dass alle Zuschauer in eine andere Welt abtauchen können und sich ganz auf den Dialog konzentrieren. Viele Zuschauer werden sich am Anfang fragen: „Wie macht der das nur?“ Diese Frage wird schnell weichen und zurück bleibt ein großer Unterhaltungsfaktor. Wer gerne Freunde und seine Familie überraschen möchte, der sollte die Kunst des Bauchredens erlernen. Der Spaßfaktor wird riesig sein, wenn Sie sich eine lustige Geschichte einfallen lassen.

Martin Reinl

Martin Reinl ist Puppenspieler, Stand-up-Comedian, Synchronsprecher und kreativer Puppendesigner. Eine seiner bekanntesten Kreationen ist der freche Hund Wiwaldi aus dem WDR-Kultformat „Zimmer frei“, der 2012 sogar eine eigene Sendung erhielt.

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Das Multitalent Martin Reinl wurde 1975 in Mainz geboren und bereits in seiner Kindheit lassen sich erste Hinweise auf seinen späteren Werdegang feststellen. Während sich sein Bruder – wie viele Jungs – hauptsächlich für Spielzeugautos interessierte, beschäftigte sich Martin als großer Fan der Muppets und der Sesamstraße meist mit seiner Kermit-Handpuppe und zeichnete gerne. Auch seine kreative Ader war bereits früh spürbar. Seine Eltern reagierten etwas verstimmt, als er einen seiner Teddybären aufschnitt und diesen als Handpuppe nutzte. Bauchreden lernen und selbst entwickelte Figuren bauen waren die ersten Schritte auf seinem Weg zum erfolgreichen Puppenspieler.

Seinen beruflichen Werdegang startete Martin Reinl 1996 mit dem Kommunikationsdesign-Studium an der Fachhochschule Wiesbaden. Im gleichen Jahr führten ihn einige Comedyauftritte erstmals auf die Bühne. 1997 wechselte er dann in den Studiengang Audiovisuelle Medien der Kunsthochschule für Medien in Köln. Sein erstes Bühnenprogramm mit dem Namen „Der Kaugummizwerg kehrt zurück“ führte er noch während seiner Studienzeit auf diversen Kleinkunstbühnen auf, darunter beispielsweise im Kölner Wohnzimmertheater. Weitere Programme folgten und schnell wurden auch einige Fernsehsender auf den talentierten Künstler aufmerksam. Zu diesen gehörten neben Super RTL auch ProSieben, RTL2 und der WDR. Im Jahr 1998 stellte er auf der Comedybühne zum ersten Mal den Hund Wiwaldi vor und 1999 erschien seine erste CD „Piep! 999 Anrufbeantwortersprüche“. Einem Besuch der Köln Comedy Schule im Jahr 2000 folgte 2002 der erfolgreiche Abschluss seines Studiums an der KHM in Köln.

Im gleichen Jahr war er mit der von ihm selbst kreierten Handpuppe Wiwaldi zum ersten Mal in der WDR-Sendung „Zimmer frei!“ zu sehen. Ursprünglich sollte es bei einem einmaligen Auftritt bleiben, bei dem Wiwaldi anspruchsvolle Rollen darstellte (Rollmops, Küchenrolle, Klorolle etc.), aufgrund der positiven Zuschauerresonanz zog Wiwaldi 2004 jedoch endgültig bei Götz Alsmann und Christine Westermann ein. Heute zählen auch weitere Puppen von Martin Reinl wie das frühere Zirkuspferd Horst-Pferdinand zur regelmäßigen Besetzung der Show. Auch in weiteren Shows verzeichnete Martin Reinl häufig Gastauftritte, darunter beispielsweise „5 gegen Jauch“ bei RTL. Seine Firma „bigSmile Entertainment GmbH“ gründete er im Jahr 2007. Im gleichen Jahr folgte die Premiere der Bühnenshow „Zur Sache, Puppe“, die er zusammen mit Ramona Schukraft entwickelt hatte. Hierbei handelte es sich um eine Mischung aus Puppenspiel und Comedy,

Für die Toggo-TV-Sendung „Peb und Pebber“ von Super RTL, die erstmals im Jahr 2006 ausgestrahlt wurde, erhielt er im Juni 2008 den „Weißen Elefanten“, einen Sonderpreis des Filmfestes in München. Dieses Format produzierte bigSmile im Auftrag der „Plattform Ernährung und Bewegung (peb)“. Ziel der Sendung war eine spielerische Vermittlung von Anregungen zu einem gesunden Lebensstil. Auch eine ganze Reihe weiterer Formate von Super RTL wurden von dem kreativen Workaholic entwickelt, darunter beispielsweise das beliebte Haselhörnchen, mit diesem Protagonisten produzierte bigSmile von 2002 bis 2010 insgesamt 100 Folgen. Für „Hasel Potter“ aus diesem Format wurde er 2009 von der Zeitschrift „TV Spielfilm“ mit dem Kinderfernsehpreis „Emil“ für gutes Kinderfernsehen ausgezeichnet. Anerkennung fand im Rahmen der Preisverleihung insbesondere seine Leistung als Allroundtalent, da er die Puppen erfindet, baut und selbst spielt. Auch im Jahr 2014 erhielt er diesen Preis erneut für seine Arbeit an den Formaten Peb & Pebber, Jan & Henry sowie der Sesamstraße.

Als lustiger Sidekick für den Moderator war Martin Reindl mit seinen beiden frechen Baby-Handpuppen „Kalle und Ralle“ bis zum Jahr 2010 bei SAT.1 Teil der Late-Night-Show von Oliver Pocher. Bei VOX ist er seit 2011 bei der Sendung „Auto Mobil“ mit der Figur Benno Benz vertreten. Martin Reinl ist ebenso der kreative Kopf hinter dem von ZDFneo im Jahr 2011 ausgestrahlten Comedy-Format „Ausgekuschelt! Die Puppen-WG“, in der ausrangierte und ehemals prominente Kuscheltiere ein Comeback starten wollten. Aufgrund der Beliebtheit von Wiwaldi erhielt der freche Vierbeiner ab 2012 mit der „Wiwaldi-Show“ eine eigene Fernsehsendung mit prominenten Gästen und humorvollen Einspielern. Anfangs wurden vier Folgen ausgestrahlt und 2014 sowie 2015 folgten zwei weitere Staffeln mit je sechs bzw. sieben Folgen sowie einer Best-of-Folge. 2013 erhielt das Sendeformat in der Kategorie Unterhaltung eine Nominierung für den Grimme-Preis.

Seit dem Jahr 2008 arbeitet Martin Reinl für die Sesamstraße und die von ihm gespielte Figur Elmo führt seit 2012 nach einer Umgestaltung des Showformats durch die Sendung. Ein weiteres Erfolgsprojekt von Martin Reinl ist die seit 2012 bei Super RTL ausgestrahlte Sendung Woozle Goozle. Bei dieser Co-Produktion von bigSmile, Super RTL und Endemol führen Beni Weber und der von Reinl gespielte Woozle (ein zotteliges Beuteltier mit blauem Fell) mit frechem Charme durch die Sendung. In gewohnt lustiger Art werden den Kindern in diesem informativen Wissensmagazin unterschiedliche Themen erklärt. Während Beni sich um eine informative und sachliche Moderation bemüht, werden seine Versuche immer wieder von dem quirligen Woozle torpediert, dessen kreative Erfindungen in aller Regel nicht funktionieren und stets explodieren.

Seit 2013 begeistert Martin Reinl mit den beiden Erdmännchen-Brüdern Jan & Henry die kleinen Zuschauer des Sandmännchens. Zusammen mit Carsten Haffke lüftet Martin Reinl bei der deutschlandweit einzigartigen Puppen-Impro-Show „Pfoten hoch!“ bei Live-Auftritten vor den begeisterten Zuschauern die Geheimnisse des Puppenspiels. Auch im TV sind die Puppen von Martin Reinl weiterhin vertreten, so produziert er zusammen mit seiner Firma bigSmile im Jahr 2016 die Show „Die Puppenstars„. Neben all diesen Arbeiten findet das umtriebige Allroundtalent noch Zeit für die Synchronisation von Computerspielen, Filmen oder Cartoons wie „Mr. Bean“. Des Weiteren ist er auch regelmäßiger Gast beim Quatsch Comedy Club in Berlin und Hamburg sowie bei NightWash. Martin Reinl ist als erfolgreicher Puppenspieler ein exzellentes Vorbild für alle Menschen, welche die Kunst des Bauchredens erlernen möchten.

Bauchrednerin Sixtina Geraldini

Erzählen Sie uns kurz etwas zu Ihrer Vergangenheit, was sind Ihre beruflichen Wurzeln?

Meine Eltern waren professionelle Zauberkünstler. Bereits 1992 assistierte ich bei meinem Vati in der Show und zeigte die „Chinesische Faltekunst“. Weil ich damals aber in Schichten arbeitete (ich bin Erzieherin), hörte ich mit der Zauberei wieder auf. Als mein Vati 2001 verstarb, war für mich klar: Das war sein Lebenswerk, das muss ich weiterführen! Da ich aber zu dieser Zeit einen kleinen Sohn hatte und noch ein Kind wollte, fand ich erst ein paar Jahre später die Zeit, mich intensiver mit der Zauberei zu beschäftigen. Im Oktober 2006 stand ich das erste Mal allein vor einem kleinen Publikum zum 40. Geburtstag meines Bruders. Das sprach sich schnell herum und ich bekam immer wieder neue Anfragen und Veranstaltungen. Inzwischen stehe ich mit Leib und Seele auf der Bühne und führe nun die inzwischen über 70-jährige Familientradition fort.

Wie kamen Sie auf das Thema Bauchreden? / Aus welchem Grund entschlossen Sie sich Bauchredner zu werden? Was sind Ihre Vorbilder?

Schon mein Vati interessierte sich für das Bauchreden und kaufte damals zu „DDR-Zeiten“ einen kleinen Raben. Doch zum Lernen kam er nie. Auch ich war vom Bauchreden fasziniert und wollte es irgendwann einmal lernen. Bei dem irgendwann ist es geblieben. Doch dann sah ich im Frühjahr 2011 im Fernsehen die „Hetz-mich-nicht-Show“ mit Sascha Grammel. Ich war so begeistert, dass noch in der selben Nacht der Startschuss für mich fiel. Mein einziges und großes Vorbild ist Sascha Grammel und mein größter Traum wäre es, ihn einmal persönlich kennen zu lernen.

Seit wann beschäftigen Sie sich mit dem Bauchreden?

Wie schon gesagt, begann ich im Frühjahr 2011 mit dem Lernen.

Wann war ihr erster richtiger Auftritt? Erzählen Sie kurz etwas darüber.

Den ersten kleinen Versuch mit meinem Raben „Fridolin“ startete ich am 25.6.2011 beim Sommerfest in der Grundschule in Adorf, in der ich als Hortnerin arbeite. Da merkte ich aber, dass das mit dem Raben einfach nicht das wahre ist. Ich übte fleißig weiter, kaufte mir einen Schimpansen, den ich auf den Namen „Richy“ taufte und stand dann am 21.4.2012 das erste Mal mit ihm auf der Bühne. Die erste große Veranstaltung vor mehreren Hundert Leuten hatte ich am 31.8.2012 beim Fischerfest in Siebenbrunn. Das hat unendlich viel Spaß gemacht.

Haben Sie das Gefühl, dass Sie als Frau anders wahrgenommen werden?

Mir haben schon viele Leute nach den Veranstaltungen Komplimente gemacht und gesagt, dass sie noch nie oder nur höchst selten eine Zauberkünstlerin bzw. Bauchrednerin gesehen haben. Das macht mich natürlich etwas stolz.

Was waren die wichtigsten Stationen Ihrer bisherigen Bauchredner Karriere?

Ich nehme jede Veranstaltung sehr ernst, auch wenn sie nur vor einem kleinen Publikum sind. Schließlich bezahlen die Leute dafür ja Geld. Die wichtigsten und natürlich schönsten Stationen waren aber für mich alle öffentlichen Veranstaltungen mit mehreren Hundert Leuten im Publikum. Dazu gehören die Sparkassenveranstaltung im April 2013 in Oelsnitz / Vogtland, ein Auftritt im Kulturhaus in Freital im März 2014 und schon zwei Mal das Fischerfest in Siebenbrunn. Hier trete ich übrigens dieses Jahr wieder auf – mit einer neuen Puppe und neuem Text. Im Dezember 2013 wurde bei mir zu Hause für das „ARD-Buffet“ gedreht. Es wurden 8 Begriffe für das Mundarträtsel aufgenommen. Bei einem Begriff war der „Richy“ dabei.

Wie lange haben Sie gebraucht, bis Sie das Bauchreden zufriedenstellend beherrschten?

Zum Bauchreden gehört ja auch das Puppenspiel, das sehr wichtig ist. Und bei jeder Veranstaltung lernt man dazu und wird sicherer. Mir sagte vor ein paar Monaten eine Frau, die mich inzwischen in einem Ferienhotel zum zweiten Mal sah: „Voriges Jahr waren sie noch in der Lernphase, aber dieses Mal waren Sie super!“ Es waren also ca. 2 1/2 Jahre, bis ich an diesem Punkt angekommen bin.

Gibt es Ihrer Meinung nach bestimme Voraussetzungen, die man unbedingt braucht um Bauchredner werden zu können?

Ja, einen festen Willen sowie ganz viel Geduld und Durchhaltevermögen.

Wie lernten Sie das Bauchreden? Haben Sie einen Kurs besucht?

Ich habe mir Bücher gekauft und darin immer und immer wieder gelesen, probiert und geübt.

Haben Sie irgendwelche Tipps, die unseren Lesern beim Bauchreden lernen helfen?

Einfach niemals aufgeben und üben, üben, üben….

Was war bisher ihre schönste Erfahrung im Zusammenhang mit dem Bauchreden?

Ich war schon zwei Mal life in der Show bei Sascha Grammel, saß jedes Mal in der ersten Reihe. Das war für mich unbeschreiblich schön, ich habe viel gelernt und bin danach hoch motiviert nach Hause gefahren.

Gibt es noch etwas, dass Sie unseren Lesern mitteilen wollen?

Ja, mir macht meine Arbeit auf der Bühne unendlich viel Spaß und Freude. Je größer das Publikum ist, desto schöner ist es. Auf der Bühne zu stehen ist für mich fast wie eine Sucht. Kaum ist eine Veranstaltung zu Ende, freue ich mich schon wieder auf die nächste. Durch diese große Vorfreude kenne ich kein Lampenfieber.

Vorstellung von Bauchredner Marcelini & Oscar

In Zukunft werden neue Bauchredner vor allem in Form von Interviews vorgestellt, da diese meist einfach interessanter sind. Den Anfang macht Bauchredner Marcilini.

Erzählen Sie uns kurz Ihrer Vergangenheit, was sind Ihre beruflichen Wurzeln?
Gelernt habe ich eigentlich etwas vernünftiges, und zwar Schriftsetzter. Doch schon während der Ausbildung habe ich ein Studium an der Zauberschule Ulm absolviert. So habe ich meine Liebe für die Bühne gefunden.

Seit wann beschäftigen Sie sich mit dem Bauchreden?
Im Jahr 1999 habe ich es in einem Kurs gelernt und ein Jahr später bin ich das erste Mal mit einer Puppe aufgetreten.

Wann war ihr erster richtiger Auftritt?
Mit einer Puppe stand ich das erste mal im Jahr 2000 auf der Bühne

Bauchredner Marcelini

Was waren die wichtigsten Stationen Ihrer bisherigen Bauchredner Karriere?
1. Als ich Oskar „entdeckt“ habe
2. Die ersten Shows, ganz ohne Zauberei, nur mit meinem Hund
3. Premiere mein erstes abendfüllendes Programm 2006 mit gleich zwei neuen Puppen: Kammersängerin Gertrud Wagner und Las-Vegas-Star Gary Diamond (eine Parodie auf Liberace)
4. Auszeichnung zum Künstler des Jahres und der Gewinn des niedersächsischen Kleinkunstpreises „Laubenpieper“ in Hannover
5. 2013 hat meine neue Puppe „Edna van de Flitterglitter“ das Licht der Bühne erblickt

Wie kamen Sie auf das Thema Bauchreden? / Aus welchem Grund entschlossen Sie sich Bauchredner zu werden?
Ich habe seit 1998 ein 20er-Jahre-Programm (das 2011 neu aufgelegt wurde). Bei der Arbeit mit meinem Pianisten und bei Recherchen fand ich heraus, das die Bauchredner in den 20er Jahren sehr beliebt waren. So wollte ich eine „kleine Sequenz“ in die Show mit einbauen. Daraus wurde dann ein Selbstläufer!

Wie lange haben Sie gebraucht, bis Sie das Bauchreden zufriedenstellend beherrschten?
Ich habe fast ein Jahr geübt und stand dann in meinem Programm „Willkommen in unserer Zeit“ als erster Auftritt 2 Min. mit einer Puppe auf der Bühne. Als Oskar dazu kam wurde es immer länger und irgendwann wurde ich nur mit Oskar engagiert…

Gibt es Ihrer Meinung nach bestimme Voraussetzungen, die man unbedingt braucht um Bauchredner werden zu können?
JEDER kann Bauchreden lernen! Nur die Übung der einzelnen Komponenten wie Technik, Sprache, Puppen- und Schauspiel verlangt schon Ausdauer und Disziplin, bis alles so sitz, wie es sitzen sollte. Wer sich dieser Kunst verschrieben hat, kann es auch lernen, wenn er bereit ist die Zeit dafür aufzubringen.

Wie lernten Sie das Bauchreden?
In einem Workshop von Patrick Martin.

Haben Sie irgendwelche Tipps, die unseren Lesern beim Bauchreden lernen helfen?
Suchen Sie sich einen guten Lehrmeister, einen Workshop oder einen Kurs. Ich bin auch der Meinung, das dies nur in einem Kurs wirklich gut machbar ist. Die Bücher beschrieben zu allgemein die Techniken und die Koordination der Komponenten sowie die Physionomie des einzelnen und die damit verbundenen Feinheiten in der Technik kann ein Buch nicht vermitteln.

Was war bisher ihre schönste Erfahrung im Zusammenhang mit dem Bauchreden?
Reaktion von Menschen unterschiedlichsten Alters, Herkunft und Geschlecht. Viele nehmen die Puppe nach Sekunden als eigenständiges Wesen war und so soll es auch sein.
Ein bewegender Moment war ein Besuch in einer Kinderklinik, bei der ein Junge, der durch einen schweren Verkehrsunfall gelähmt und geistig behindert beim dem Besuch von Oskar nach 8 Monaten zum ersten Mal Reaktionen wie Lachen gezeigt hat und zum ersten Mal Laute von sich gab. Da weinte nicht nur der Vater diese Kindes…

Gibt es noch etwas, dass Sie unseren Lesern mitteilen wollen?

Lassen Sie uns gemeinsam diese wunderschöne Kunstform zu einer neuen Blüte verhelfen. Schenken wir den Menschen Spaß und den Zauber, das unsere Puppen lebendig werden um so das Kind in den Menschen anzusprechen.

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